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Studie

Bericht: SUV-Boom torpediert CO2-Einsparung aller anderen Pkw-Segmente

| Autor/ Redakteur: Yvonne Simon / Sven Prawitz

Ein vorab veröffentlichter Kommentar aus dem jährlich erscheinenden „World Energy Outlook“ der Internationalen Energieagentur belegt den Einfluss von SUVs auf die weltweiten CO2-Emissionen. Die hohe Nachfrage der Dickschiffe könnte gravierende Folgen haben.

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Weltweit sind mittlerweile über 200 Millionen SUVs unterwegs.
Weltweit sind mittlerweile über 200 Millionen SUVs unterwegs.
(Bild: Audi)

Der globale Ansturm der Autokäufer auf SUVs ist ungebrochen – doch der Preis ist aus Sicht des Umweltschutzes hoch. Welche gravierenden Folgen die Beliebtheit der Stadtgeländewagen auf die Umwelt hat, griffen das „Manager Magazin“ und „Spiegel Online“ am Donnerstag (17. Oktober) unter Berufung auf die Internationale Energieagentur (IEA) auf. Diese hatte vergangene Woche einen Kommentar aus dem jährlich erscheinenden „World Energy Outlook“ vorab auf ihrer Website veröffentlicht – der Bericht erscheint eigentlich erst Mitte November.

Der IEA zufolge ist der Anteil der SUVs an den weltweiten Autoverkäufen von 17 Prozent im Jahr 2010 auf ganze 39 Prozent 2018 geklettert. Waren 2010 noch 35 Millionen SUVs auf den Straßen unterwegs, so sind es mittlerweile über 200 Millionen.

Mit folgenden Auswirkungen: Die CO2-Emissionen der Hochbeiner seien seit 2010 um 0,55 Gigatonnen auf rund 0,7 Gigatonnen angestiegen. Lediglich der Ausstoß des Energiesektors habe einen höheren Beitrag zum Anstieg der weltweiten CO2-Emissionen in diesem Zeitraum geleistet. SUVs lassen den Berichten zufolge die Schwerindustrie, Lkw, Luft- und Schifffahrt hinter sich.

SUVs heben Einsparungen durch E-Autos auf

Die Stadtgeländewagen hätten demnach auch die positiven Effekte anderer, sparsamerer Pkw torpediert. Deren Anzahl wuchs zwar zwischen 2010 und 2018 von 822 Millionen auf 952 Millionen, dank effizienterer Motoren sparten sie seit 2010 allerdings jeden Tag zwei Millionen Barrel Öl ein. Demnach seien die SUVs dafür verantwortlich, dass der tägliche Ölbedarf von Autos zwischen 2010 und 2018 um 3,3 Millionen Barrel gestiegen sei.

Laut IEA übersteigt der Energieverbrauch eines SUVs den eines mittelgroßen Pkw um rund 25 Prozent. Damit könnte der Verkaufsboom auch der langfristigen CO2-Reduktion ein Bein stellen. Entwickle sich der Run auf SUVs unverändert weiter, so würde er den weltweiten Ölbedarf um rund zwei Millionen Barrel pro Tag steigern – und damit die Einsparungen durch rund 150 Millionen Elektroautos aufheben.

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