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BMW 1er: Frontantrieb mit Hecktriebsqualitäten

| Autor: Thomas Günnel

BMW bricht (wieder) mit einer Tradition: Die neue Generation des 1er kommt mit Frontantrieb auf die Straße. Die Fahrdynamik bleibt aber erhalten, sagt der Hersteller – unter anderem mittels einer aus dem i3 abgeleiteten Fahrdynamikregelung.

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Kein Leistungsuntersteuern mehr: BMW will mit seinem ARB (aktornahe Radschlupfbegrenzung) genannten Fahrdynamiksystem die Agilität des neuen 1er mit Frontantrieb auf das Niveau eines Hecktrieblers bringen.
Kein Leistungsuntersteuern mehr: BMW will mit seinem ARB (aktornahe Radschlupfbegrenzung) genannten Fahrdynamiksystem die Agilität des neuen 1er mit Frontantrieb auf das Niveau eines Hecktrieblers bringen.
(Bild: BMW)

BMW bringt die neue Generation des 1er mit Frontantrieb auf die Straße – und setzt murrenden Fans und Fahrdynamik-Freunden ein Argument entgegen: ARB, die aktornahe Radschlupfbegrenzung. Das System ist bereits aus dem „i3s“ bekannt und soll vor allem das Leistungsuntersteuern, ein Durchdrehen der Antriebsräder beim Beschleunigen aus Kurven heraus, vermeiden – und zwar deutlich schneller, als es die bisherige Fahrdynamikkontrolle zu leisten vermag.

Der Grund: Die für die Schlupfregelung zuständige Software ist im Motorsteuergerät untergebracht; und nicht mehr in einem separaten Steuergerät. Das spart Signalwege, die Daten gelangen laut BMW bis zu dreimal schneller an die entsprechenden Stellen. Außerdem laufen im Motorsteuergerät ohnehin Werte zum Beispiel zum Fahrbahnreibwert zusammen – das Durchdrehen der Antriebsräder lässt sich also schon im Ansatz vermeiden, statt wie bislang per Bremseingriff nachregeln zu müssen.

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Daten schneller übertragen

Für den Fahrer, so der Hersteller, fühle sich die Regelung „bis zu zehnmal schneller“ an. Ob dieser Geschwindigkeitsunterschied der ohnehin im Bruchteil-von-Sekunden-Bereich liegt, tatsächlich erfahren werden kann, ist fraglich. Deutlich spürbar dürfte hingegen sein, dass bei zu forschem Beschleunigen keine oder deutlich weniger Bremseingriffe notwendig sind.

Wenn es besonders sportlich sein soll, setzt die ebenfalls serienmäßige Gier-Momenten-Verteilung mittels Bremseingriffen Akzente. Für die notwendige Torsionssteifigkeit der Karosserie sorgen zusätzliche Verstrebungen, unter denen vor allem die so genannte „Bumerang-Strebe“ in Form eines großen „V“ im Hinterwagen auffällt. Holger Stauch, Projektleiter BMW 1er, verspricht für das neue Modell denn auch nichts weniger als ein „völlig neues Fahrgefühl“. Auf den Markt kommen soll der neue BMW 1er in der zweiten Jahreshälfte 2019.

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Über den Autor

 Thomas Günnel

Thomas Günnel

Redakteur/Fachjournalist, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE