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Wirtschaft BMW senkt Prognose und will Stellen streichen

| Autor / Redakteur: Andreas Wehner / Jens Scheiner

Nach Volkswagen und Daimler hat auch BMW seinen Ausblick für das Jahr 2020 herabgesetzt. Die Ebit-Marge im Kerngeschäft könnte schlimmstenfalls auf null sinken, erwartet der Münchner Autokonzern. Bereits im ersten Quartal lag diese wichtige Kennzahl bei nur 1,3 Prozent.

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BMW hatte die Corona-Krise im ersten Quartal deutlich zu spüren bekommen.
BMW hatte die Corona-Krise im ersten Quartal deutlich zu spüren bekommen.
(Foto: BMW )

BMW hat aufgrund der Corona-Krise seine Prognose für das Kerngeschäft nach unten geschraubt. Die Ebit-Marge im Segment Automobile erwartet das Management für das Gesamtjahr 2020 nun zwischen 0 und 3 Prozent, teilte das Unternehmen am Dienstagabend (5. Mai) mit. Bisher war BMW – schon unter Einfluss der Krise – von 2 bis 4 Prozent ausgegangen. Im Vorjahr hatte der Autobauer 4,9 Prozent erreicht. Auch bei den Motorrädern und in der Sparte Finanzdienstleistungen rechnet BMW nun mit schlechteren Zahlen.

Ausschlaggebend sei ist die Tatsache, dass die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in zahlreichen Märkten länger anhielten, als dies Mitte März absehbar gewesen sei. Zu diesem Zeitpunkt legte BMW die letzte Prognose vor. Besonders stark werden sich die negativen Auswirkungen voraussichtlich im zweiten Quartal 2020 zeigen, erwartet der Autobauer. Zuletzt hatten bereits Volkswagen und Daimler ihre Prognosen gekappt.

BMW hatte die Corona-Krise im ersten Quartal deutlich zu spüren bekommen. Die Ebit-Marge im Autogeschäft lag laut einer Mitteilung vom Mittwoch bei nur 1,3 Prozent. Der Konzernumsatz stieg in den ersten drei Monaten trotz des deutlich rückläufigen Absatzes um 3,5 Prozent auf 23,3 Milliarden Euro. Das lag aber vor allem an internen Konsolidierungsmaßnahmen. Das Ebit wuchs auf 1,38 Milliarden Euro und damit auf mehr als das Doppelte. Das lag aber vor allem an den schwachen Zahlen des Jahres 2019. Denn vor einem Jahr war eine Rückstellung in Höhe von 1,4 Milliarden Euro für eine mögliche Kartellzahlung angefallen. Unter dem Strich verdiente der Konzern daher im ersten Quartal 2020 mit 574 Millionen Euro fast genauso viel wie in den ersten drei Monaten des Vorjahres.

Stellenstreichungen und weniger Investitionen

Aufgrund der angespannten Lage will BMW die Investitionen zurückfahren. Nach 5,7 Milliarden Euro im Vorjahr rechnet Finanzvorstand Nicolas Peter für 2020 mit weniger als 4 Milliarden Euro. „Es gilt mehr denn je: Wir investieren zielgerichtet und mit Augenmaß. Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation werden wir einige Projekte verschieben oder noch einmal auf den Prüfstand stellen“, sagte Peter.

BMW will zudem die Zahl der Mitarbeiter reduzieren. „Die Ziele sollen mit einer Mitarbeiterzahl erreicht werden, die leicht unter dem Niveau des Vorjahres liegen wird“, heißt es in der BMW-Mitteilung. Der Autobauer will durch Fluktuation frei werdende Stellen nutzen, um den Personalumbau voranzutreiben. Zur Anzahl der wegfallenden Stellen machte BMW keine Angaben. Zuletzt war das Unternehmen noch davon ausgegangen, die Mitarbeiterzahl im Vergleich zum Vorjahr konstant zu halten.

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Über den Autor

 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«