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Wirtschaft Boge Rubber & Plastics: Schrumpfender Automobilmarkt hinterlässt Spuren

| Autor: Jens Scheiner

Die Nachfrage nach Neuwagen ist deutlich eingebrochen. Das macht sich auch bei dem niedersächsischen Zulieferer bemerkbar.

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Boge Rubber & Plastics spürt ebenfalls den Rückgang der Automobilmärkte.
Boge Rubber & Plastics spürt ebenfalls den Rückgang der Automobilmärkte.
(Bild: Boge Rubber & Plastics )

Die seit Mitte 2018 weltweit sinkende Nachfrage nach Neuwagen spürt auch der Automobilzulieferer Boge Rubber & Plastics. Der Anbieter für Schwingungstechnik und Kunststoffmodule verzeichnete im Geschäftsjahr 2019 einen konsolidierten Jahresumsatz in Höhe von 795,3 Millionen Euro – dies entspricht einem Rückgang in Höhe von 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Auch die Produktionszahlen der globalen Automobilindustrie schrumpften in dieser Größenordnung: Weltweit wurden 2019 mit 89,3 Millionen Einheiten rund fünf Prozent weniger Autos hergestellt als 2018, unter anderem bedingt durch die Handelskonflikte zwischen China und den USA. In Deutschland war der Rückgang noch deutlicher: 4,7 Millionen Einheiten bedeuteten das niedrigste Produktionsvolumen seit 1996.

Bremer: „Folgen der Corona-Krise in den Griff bekommen“

Für das Geschäftsjahr 2020 rechnet Torsten Bremer, CEO der Boge Rubber & Plastics Group, aufgrund der Corona-Pandemie mit einem weiteren deutlichen Nachfrageeinbruch auf dem weltweiten Markt. „Diese Rahmenbedingungen werden sich auf die gesamte Automobilindustrie und somit natürlich auch auf unser Geschäft auswirken. Einschlägige Analysten beziffern den zu erwartenden Produktionsrückgang weltweit auf circa 20 Prozent. Da zuletzt alle unsere Fabriken – mit Ausnahme der chinesischen Standorte – kaum noch Lieferabrufe zu vermelden hatten, rechnen auch wir mit erheblichen Umsatzeinbußen gegenüber dem Vorjahr. Das wird auch mittelfristig nicht mehr aufzuholen sein. Im laufenden und im nächsten Geschäftsjahr werden wir uns darauf konzentrieren, die Folgen des Corona-Virus in den Griff zu bekommen“, nennt Bremer die wesentlichen Herausforderungen.

Abhängig von den Wiederanläufen der Kundenfabriken fährt der Automobilzulieferer in den kommenden Wochen die Produktion in den Werken in Europa, den USA, Brasilien und Mexiko sukzessive wieder hoch, mit entsprechenden Arbeits- und Gesundheitsschutzmaßnahmen. Wie der Zulieferer zudem mitteilte, habe man die Standorte im Geschäftsjahr 2019 auf die neue Norm ISO 45001 umgestellt, die ein umfassend angelegtes Managementsystem für Arbeits- und Gesundheitsschutz vorsieht.

Fokus: Leichtbau in der Automobilindustrie

Trotz der virusbedingten Herausforderungen liegt der Schwerpunkt des Geschäfts weiterhin in der Automobilindustrie, daneben plant das Unternehmen eigenen Angaben zufolge auch den Einstieg in andere Industrien. Dafür hat Boge gemeinsam mit der Muttergesellschaft, CRRC New Material Technologies, ein Innovation Center in Osnabrück gegründet. Dies hat seinen Sitz im Wissenschaftspark, direkt am Hochschulcampus. Hier bündelt der Zulieferer künftig seine Expertise nicht nur auf dem Automotive-Markt, sondern auch auf Non-Automotive Anwendungen.

Leichtbau-Gipfel

Mehr zum Thema Leichtbau und Materialien? Gibt es beim »Leichtbau-Gipfel« im Vogel Convention Center in Würzburg. Dort zeigen Experten in Fachvorträgen, Sessions und Live-Vorführungen, welche Schlüsselfunktion der Leichtbau im Automobilbau einnimmt. Interaktive Formate, innovative Exponate in der Ausstellung und intensives Netzwerken – die ganze Welt des Leichtbaus an zwei Tagen. Diskutieren und gestalten Sie mit!

Alle Informationen

Mit Blick auf den technologischen Wandel in der Automobilindustrie setzt Boge mehr denn je auf Leichtbau. Dafür hat das Unternehmen mit dem „Customer Service Center“ (CSC) im chinesischen Zhuzhou seine Entwicklungsaktivitäten im Wirtschaftsraum Asien/Pazifik verstärkt. Ein weiteres CSC befindet sich bereits seit einigen Jahren im slowakischen Trnava und ergänzt die Entwicklungsaktivitäten der Standorte in Damme und Bonn.

Zudem wird das neue Werk im chinesischen Wuxi im laufenden Jahr seinen Produktionsbetrieb aufnehmen. Für Forschung und Entwicklung hat Boge eigenen Angaben zufolge im Geschäftsjahr 2019 insgesamt 35,7 Millionen Euro investiert, dies entspricht 4,5 Prozent der Umsatzerlöse.

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Über den Autor

 Jens Scheiner

Jens Scheiner

Redaktioneller Mitarbeiter Online/Print, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE