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IAA 2015 Borgward: SUV-Premiere auf der IAA

| Autor / Redakteur: ampnet/ Hans-Robert Richarz / Christian Otto

Eine Traditionsmarke soll wieder zum Leben erweckt werden. Der nächste Schritt hierfür ist für die IAA in Frankfurt geplant, auf der Borgward einen SUV als erstes neues Modell vorstellen will. Hinter Borgward steht der chinesische OEM Foton.

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Noch gut getarnt: Der Borgward SUV auf der Nordschleife. Bei der diesjährigen IAA soll er dem Publikum vorgestellt werden.
Noch gut getarnt: Der Borgward SUV auf der Nordschleife. Bei der diesjährigen IAA soll er dem Publikum vorgestellt werden.
(Foto: Borgward)

Borgward – ein klangvoller Name aus den Wirtschaftswunderzeiten der jungen Bundesrepublik steht weiter vor seiner Wiederbelebung. Zusammen mit dem chinesischen Fahrzeughersteller Beiqi Foton als Geldgeber macht sich Christian Borgward, Enkel des 1963 verstorbenen Bremer Autobauers Carl F.W. Borgward an den Neuanfang der Marke. Jetzt verbreitete das Unternehmen ein paar gut getarnte Bilder, die gespannt darauf machen sollen, was es auf der kommenden IAA in Frankfurt zeigen will: einen Borgward-SUV.

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Carl Friedrich Wilhelm Borgward (1890–1963) galt zu seiner Zeit gleichermaßen als genialer Ingenieur wie als beratungsresistenter Sturkopf. Was allerdings zu Beginn der 1960er Jahre tatsächlich zur Pleite des Autounternehmens führte, das seinen Namen trug, ist bis heute ungeklärt. War es die Titelgeschichte „Der Bastler“, die kurz vor Weihnachten 1960 im Spiegel erschien? War es der spätere Aufsichtsratsvorsitzende Johannes Semmler, der zur gleichen Zeit in einer solchen Funktion als Sanierer von BMW in München arbeitete und bei dem alleine deshalb von Neutralität keine Rede sein konnte? Immerhin strich er nach einem Jahr das für damalige Verhältnisse exorbitante Honorar von 250.000 Mark ein. Oder waren es die allzu große Typenvielfalt – Borgward stellte ähnlich viele verschiedene Automodelle her wie Daimler-Benz zusammen mit der übernommenen Auto Union – , unrationelle Produktionsmethoden oder Schwierigkeiten beim Export?

Fest steht, dass Patriarch Borgward kurz vor Weihnachten 1960 bei Banken einen Kredit über 30 Millionen Mark beantragte, der in drei Monatsraten zu jeweils zehn Millionen Mark ausgezahlt werden und für den der Bremer Senat bürgen sollte. Einen Monat später zog dieser seine Bürgschaftserklärung über die letzten zehn Millionen DM der Kreditsumme wieder zurück, und die Banken gaben für Februar 1961 keine Gelder mehr frei. Danach ging es bergab: Vergleichsverfahren, Anschlusskonkurs, Verscherbelung des Betriebsvermögens. Viel später stellte sich heraus, dass die Insolvenz überhaupt nicht erforderlich gewesen wäre. Die Schulden bei den Gläubigern wurden ebenso restlos bezahlt wie die Kredite bei den Banken. Undurchsichtig ist und bleibt die Rolle, die der Bremer Senat bei der ganzen Tragödie spielte.

SUV zusammen mit Foton entwickelt

Erstmals nach 54 Jahren Abstinenz zeigte sich das Unternehmen im vergangenen Frühjahr wieder auf dem Genfer Automobilsalon - allerdings nur mit einem Oldtimer. Jetzt präsentierte Borgward-Enkel Christian („Ich habe meinen Großvater leider nie persönlich kennengelernt“) erste, freilich gut getarnte Fotos eines Geländewagens, der auf der Internationalen Automobil Ausstellung in Frankfurt Premiere feiern soll. Einzelheiten wurden zwar nicht genannt, doch steht zu vermuten, dass der SUV als Allradler neben Benzin- und Dieselmotor auch über einen Plug-in-Antrieb verfügen wird, den Borgward zusammen mit Foton entwickelte. Produziert werden soll ausschließlich in China, Konstruktion und Design bleiben in Deutschland. Statt wie einst in Bremen befindet sich die Zentrale des wiederbelebten Borgward-Unternehmens im Büroneubau City Gate an der Kriegsbergstraße in Stuttgart. Doch soll das Auto zunächst nur in China auf den Markt kommen, erst später auch in anderen Ländern.

„Ich bin überzeugt, dass Borgward seinen Platz auf dem internationalen Automobilmarkt zurückgewinnen wird“, sagt Ulrich Walker, Ex-Daimler-Manager und jetzt Borgward-Vorstandsvorsitzender. Kritiker sehen das anders, was zunächst am Background der beiden Firmengründer Christian Borgward und Karlheinz Knöss liegen könnte. Borgward hat sich bislang lediglich als Getränkehändler in Wolfsburg profiliert, Knöss als gelernter Philologe nach nur zwei Jahren Tätigkeit in der Daimler-Pressearbeit als freier Medienberater.

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