Zulieferer Bosch: Über 60.000 Beschäftigte gehen in Tochtergesellschaften

Von Sven Prawitz 2 min Lesedauer

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Bosch will Mobility und drei Servicebereiche in Deutschland in eigene GmbHs überführen. Über 60.000 Beschäftigte sollen in die neuen Gesellschaften wechseln.

Bosch gründet mehrere GmbHs und ordnet seine Unternehmensstruktur damit neu.(Bild:  Bosch)
Bosch gründet mehrere GmbHs und ordnet seine Unternehmensstruktur damit neu.
(Bild: Bosch)

Bosch plant, seine Konzernstruktur in Deutschland neu zu ordnen. Wie das Unternehmen mitteilt, sollen die deutschen Aktivitäten des Unternehmensbereichs Mobility sowie die zentralen Servicebereiche Bosch Digital, Global Business Services und Global Real Estate aus der Robert Bosch GmbH ausgegliedert werden. Sie sollen als vier 100-prozentige Tochtergesellschaften in der Bosch-Gruppe arbeiten.

Ungefähr 62.500 Beschäftigte in Deutschland sollen in die neuen Gesellschaften wechseln, die meisten aus dem Mobility-Bereich. Ihre Arbeitsverträge sollen übergehen. In der Robert Bosch GmbH bleiben vorwiegend die Unternehmenszentrale sowie die zentrale Forschung und Vorausentwicklung, derzeit mehr als 3.000 Beschäftigte. Die neuen Gesellschaften sollen am 1. August 2027 operativ starten. Die gesamte Umsetzung soll bis Ende 2027 dauern.

Konzern will schneller werden

Bosch begründet den Schritt mit wachsendem Wettbewerbsdruck, primär durch neue Konkurrenten aus Asien. Die Struktur soll mehr Kundennähe, kürzere Entscheidungswege und mehr unternehmerischen Spielraum bringen. In den Bereichen Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology bestehen laut Bosch bereits eigene Tochtergesellschaften. Mobility und die Servicebereiche ziehen nun nach.

„Es geht darum, die Ertragskraft der gesamten Bosch-Gruppe nachhaltig zu steigern, damit wir auch künftig technologische Durchbrüche aus eigener Kraft finanzieren können“, sagte Christian Fischer, Vorsitzender der Geschäftsführung. Alle Einheiten blieben auch in neuer Rechtsform Teil der Gruppe. Die Zentrale soll künftig stärker als strategische Dachgesellschaft auftreten.

Mobility bleibt der größte Bereich

Mobility steuert nach Bosch-Angaben im Jahr 2025 mit 55,8 Milliarden Euro circa 60 Prozent zum Konzernumsatz von 91 Milliarden Euro bei. Als eigene Gesellschaft will der Bereich seine Geschäfte stärker integrieren und bereichsübergreifend steuern. Geld soll gezielter in Innovationen und Wachstumsfelder fließen. Außerdem entstünden größere Spielräume für Partnerschaften und neue Geschäftsmodelle, so das Unternehmen.

„Wir können künftig noch näher am Kunden agieren, stärker als eine Einheit handeln und schneller Veränderungen in einer der anspruchsvollsten Industrien der Welt gestalten“, sagte Markus Heyn, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung und Chef des Bereichs Mobility.

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