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Zulieferer Bosch stellt neu entwickeltes Steuergerät MS 6 vor

| Redakteur: Wolfgang Sievernich

Bosch Motorsport hat auf der Autosport International in Birmingham vier neue Motorsteuergeräte (ECUs) für Rennmotoren vorgestellt.

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Bosch stellte auf der Autosport International seine neue Steuergeräte-Familie MS6 vor.
Bosch stellte auf der Autosport International seine neue Steuergeräte-Familie MS6 vor.
(Foto: Bosch)

Die vier Steuergeräte sind für alle Rennmotoren mit Saugrohreinspritzung und Benzindirekteinspritzung nutzbar. Die Motorsteuergeräte sollen als neue universelle Basis für alle Rennmotoren mit Saugrohreinspritzung (mit bis zu zwölf Zylindern) und Benzindirekteinspritzung (mit bis zu acht Zylindern) gelten. Im vollständigen Funktionsumfang steuern die ECUs ein komplettes 2-Bank-System mit integrierter Lambda- und Klopfregelung sowie Getriebe-, Turbo- und elektronischer Drosselklappensteuerung. Dr. Klaus Böttcher, Bereichsleiter von Bosch Motorsport, erklärte, dass die neuen Steuergeräte sowohl für Tourenwagen, als auch Rallye und Langstreckenrennen einsetzbar wären.

Baukastensystem bündelt Steuerung

Die neuen ECUs verfügen über einen modularen Aufbau der Software und können auf den Kunden zugeschnitten werden. Mittels eines Baukastensystems können auf die Standard-Software noch analoge Eingänge, Turbosteuerung, Steuerung der elektronischen Drosselklappe, die Traktionskontrolle und weitere Funktionen freigeschaltet werden.

Das Gehäuse stammt aus der Großserienfertigung, die Elektronik wurde komplett neu entwickelt. Ein 667 MHz-Dual-Core-Prozessor berechnet Motor- und Fahrwerksdaten in Echtzeit. Ein FPGA (Field Programmable Gate Array) soll für eine schnelle Signalverarbeitung und flexible Signalsteuerung sorgen. Durch Partitionierung kann jeder Kunde mittels Matlab/Simulink eigene Software-Codes auf den Steuergeräten einsetzen und erhält damit die Möglichkeit Entwicklungszeit und Platz für andere Software im Fahrzeug zu sparen. Bosch gibt an, dass mit je nach Steuergerätvariante 21 bzw. 41 analogen Eingängen werden Daten wie Motordrehzahl, Einspritz- und Öldruck sowie Raddrehzahlen erfasst werden können. Insgesamt 57 Ausgänge steuern sowohl Zündung, die elektronisch gesteuerte Drosselklappe sowie die Mengensteuerung der Hochdruckeinspritzung. Die Steuergeräte sollen über CAN, LIN, USB und Ethernet-Schnittstellen mit den Motor- und Fahrwerkskomponenten sowie externen Geräten kommunizieren.

Freiprogrammierbares Farbdisplay

Erhältlich ist das Komplettsystem von Bosch Motorsport mit einem 5,7-Zoll-Motorsportdisplay DDU S2, dass mit einem freiprogrammierbaren Farbdisplay mit bis zu zwölf Displayseiten und integriertem GPS-Modul zusätzlich Zeit- und Rundenvergleichsinformationen an den Fahrer widergibt. Die Power-Box PBX 90 ersetzt herkömmliche Relais und Sicherungen und steuert die Stromversorgung des Fahrzeugs.

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