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Zulieferer Boysen investiert weltweit in neue Standorte

| Redakteur: Jens Scheiner

Der Abgastechnik-Spezialist Boysen errichtet dank der guten Auftragslage fünf neue Produktionsstätten für PKW- und LKW-Abgastechnik für Mercedes, Audi und BMW. Insgesamt entstehen rund 1.000 neue Arbeitsplätze.

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Das neue Werk für Lkw-Abgastechnik mit 60.000 Quadratmetern Produktions- und Lagerfläche wird künftig das Flagschiff der Boysen Gruppe.
Das neue Werk für Lkw-Abgastechnik mit 60.000 Quadratmetern Produktions- und Lagerfläche wird künftig das Flagschiff der Boysen Gruppe.
(Bild: Boysen)

Dank einer Umsatzbestmarke und zukunftsweisenden Neuaufträge investiert der Abgastechnik-Spezialist Boysen rund 200 Millionen Euro in den Bau von insgesamt fünf neuen Produktionswerken. Rund 3.600 Mitarbeiter an weltweit 17 Standorten erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz in Höhe von 1,6 Milliarden Euro – und damit ein Plus von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr (1,46 Milliarden Euro). Für das bereits angelaufene Geschäftsjahr 2017 prognostiziert der Zulieferer einen Umsatz von rund 1,75 Milliarden Euro. Wie das Unternehmen mitteilte stehen die Zeichen weiter auf Wachstum, „denn fast alle Auftragsvergaben, bei denen Boysen 2016 zu den Anwärtern zählte, wurden zu unseren Gunsten entschieden“, erklärt Geschäftsführer Rolf Geisel.

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Großauftrag für den Actros von Mercedes-Benz

Aktuell realisiert der Abgastechnik-Spezialist für seine Automobilkunden Audi, BMW und Mercedes-Benz neue Fertigungswerke in Mexiko und Indien – und zeitgleich auch ein weiteres eigenständiges Werk am bereits bestehenden Standort im sächsischen Plauen. Zudem erhielt der Zulieferer einen Großauftrag von Daimler Trucks mit der europaweiten Serienfertigung von Abgastechnik für den Mercedes-Benz Actros. In diesem Zuge errichtet Boysen in Simmersfeld das bislang größte Produktionswerk der Unternehmensgruppe. „Höhepunkt der bevorstehenden Baumaßnahmen wird zweifelsfrei unser neues Werk für Lkw-Abgastechnik mit 60.000 Quadratmetern Produktions- und Lagerfläche, das wir in Simmersfeld realisieren“, erklärt Geisel und ergänzt: „Für uns ist dieses Produktionswerk das künftige Flaggschiff der Boysen Gruppe.“

Vier Jahre Vorarbeit stecken laut Geisel in dem Zukunftsprojekt, wofür die Unternehmensgruppe in Nagold ein zweites Entwicklungszentrum mit hochmodernen Erprobungseinrichtungen gebaut hat. Mit Unterstützung der Kollegen aus dem Stammwerk Altensteig läuft in Nagold seit 2014 die Entwicklungsarbeit für das Abgassystem, das ab 2019 im neuen Mercedes-Benz Actros zum Einsatz kommen soll. Im Sommer 2016 entschied Daimler, dass Boysen auch die europaweite Serienfertigung dieses Abgassystems übernehmen wird. Verbunden mit dem Lkw-Großauftrag ist neben dem Projekt in Simmersfeld auch der Bau eines zweiten Fertigungswerks in Europa, wobei die Standortentscheidung hierbei noch aussteht.

1.000 neue Arbeitsplätze

Mit der Entstehung der neuen Werke erhöht sich die Zahl der Boysen Standorte in den nächsten Jahren auf 22. Dafür investiert der Zulieferer nach eigenen Angaben rund 200 Millionen Euro und schafft über 1.000 neue Arbeitsplätze, davon allein 400 in Simmersfeld. Wenn die neuen Fertigungswerke dann ab 2019 allesamt in der Serienproduktion sind, „wird dies unser Umsatzvolumen sukzessive erhöhen“. Dementsprechend rechnet Geisel bis 2019 mit einem Umsatz von 2,0 Milliarden Euro und bis 2023 schließlich mit 2,5 Milliarden Euro.

Trotz des Abgasskandals, „der das Automobiljahr 2016 klar dominiert und überschattet hat“, und den noch nicht absehbaren Folgen für automobile Verbrennungsmotoren, sieht Geisel auch die weitere Zukunft der Boysen Gruppe, vor allem aufgrund des Durchbruchs im Nutzfahrzeuggeschäft, als gesichert: „Alle Lkw und alle Busse, die ihren Einsatz im Langstreckenbereich haben, werden auch in den nächsten 30 Jahren von Verbrennungsmotoren angetrieben. In Verbindung mit immer schärferen Emissionsvorgaben und den dafür erforderlichen Komponenten zur Abgasreinigung eröffnet uns das weiteres Wachstumspotenzial bis 2030. Auch bei massiv rückläufigen Anteilen des Verbrennungsmotors sind erste Weichen für weiteres Wachstum und den Erhalt der Arbeitsplätze bei Boysen über 2030 hinaus gestellt.“

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