Automobilzulieferer

Boysen: Umsatzbestmarke und gute Aussichten für die Zukunft

| Redakteur: Maximiliane Reichhardt

Boysen will in großem Stil in die Produktion von Abgastechnik für Nutzfahrzeuge einsteigen.
Boysen will in großem Stil in die Produktion von Abgastechnik für Nutzfahrzeuge einsteigen. (Bild: Boysen)

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Boysen will bis 2020 um weitere 400 Millionen Euro zulegen. Nach dem Durchbruch im Nutzfahrzeug-Geschäft plant Geschäftsführer Rolf Geisel auch den Gang in neue Handlungsfelder.

Der in Altensteig (Baden-Württemberg) ansässige Automobilzulieferer Boysen schließt das Geschäftsjahr 2018 ab. Statt der ursprünglich anvisierten 1,82 Milliarden Euro liege die erneute Umsatzbestmarke des Abgastechnik-Spezialisten bei rund 1,92 Milliarden Euro – unter anderem forciert durch die Einführung des Ottopartikelfilters. Nach 1,725 Milliarden Euro in 2017 stehe ein Umsatzplus von knapp über 11 Prozent zu Buche. Derweil stieg die Zahl der Beschäftigten laut Boysen von 3.900 auf 4.200.

Geschäftsführer Rolf Geisel informiert, dass die Unternehmensgruppe im vergangenen Jahr rund 100 Millionen Euro in die Zukunft investiert hat – vornehmlich in Umstrukturierungen an bestehenden Produktionsstätten sowie in den Bau von zwei neuen Fertigungsstandorten.

Neues Werk in Simmersfeld an erster Stelle

An erster Stelle nennt der Geschäftsführer das neue Werk BNS in Simmersfeld (Nordschwarzwald), in dem Boysen bereits seit Mitte 2018 die ersten Abgassysteme für den Mercedes-Benz Actros sowie die entsprechenden Nutzfahrzeugderivate produziert. Auch im angestammten Geschäftsfeld „Abgastechnik für PKW“ sollen durch die Serienanläufe der GLE- und GLS-Klasse von Mercedes-Benz im US-Werk in Tuscaloosa bis kommenden April fünfmal mehr Abgassysteme pro Tag gefertigt werden als das noch Ende 2018 der Fall war. Weiter spannt Geisel den Reigen über den Produktionsstart 2018 im neu gebauten Mexiko-Werk in San Luis Potosí bis hin zum aktuellen Serienanlauf für den neuen BMW 3er, den Boysen überwiegend in Deutschland stemmen will.

Auf Basis der genannten Produktionsanläufe und der folgenden Hochläufe prognostiziert Geisel für das laufende Geschäftsjahr einen Umsatzsprung auf 2,1 Milliarden Euro. Für 2020 plant er schließlich mit über 2,3 Milliarden Euro. Und schon heute ist sich Geisel sicher, dass Boysen bis 2023 die 2,5-Milliarden-Marke übertreffen wird.

Produktion wird ins Ausland verlagert

Bis dahin soll laut dem Geschäftsführer auch die Zahl der aktuell weltweit 20 Boysen Standorte um mindestens zwei weitere Produktionswerke anwachsen. Parallel dazu will die Unternehmensgruppe bis 2025 rund 1.000 Neueinstellungen vornehmen. Allerdings macht Geisel deutlich, dass dieses Wachstum nicht mehr in Deutschland stattfinden wird: Für das aktuelle Geschäftsjahr sei ein neues Produktionswerk im Niedriglohnland Serbien geplant, dem in den nächsten Jahren der erste Boysen Standort in Südamerika folgen soll.

Der Preisdruck seitens der Automobilhersteller habe im vergangenen aber Jahr „wieder derart zugenommen, dass Angebotsabgaben mit deutschen Lohnkosten bereits vorab zum Scheitern verurteilt waren.“ Der Boysen-Chef wird noch deutlicher: „Man muss sich diesen Irrsinn einmal vor Augen halten: Wir werden im eigenen Land förmlich dazu gezwungen, die Produktion ins Ausland zu verlagern. Auf längere Sicht sollen wir noch fleißig daran mitarbeiten, uns irgendwann selbst überflüssig zu machen. Deshalb haben wir 2018 alles dafür getan, um Boysen für die Zukunft breiter aufzustellen.“

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