Geschäftszahlen 2020 Brose macht Gewinn – trotz Corona und Umbaukosten

Redakteur: Thomas Günnel

17 Prozent weniger Umsatz, dafür waren die Auftragsbücher voll wie fast nie: Das letzte Jahr war für den Zulieferer Brose durchwachsen. Zu einem Gewinn hat es dennoch gereicht.

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Brose hat sich viel vorgenommen: Der Zulieferer will in den nächsten Jahren schneller wachsen als der Markt.
Brose hat sich viel vorgenommen: Der Zulieferer will in den nächsten Jahren schneller wachsen als der Markt.
(Bild: Brose)

Coronakrise, Umsatzeinbruch und dann noch erhebliche Umstrukturierungskosten: Für Brose war 2020 nicht das beste Jahr – aber das zweitbeste. Zumindest in Sachen Aufträgen. Trotz aller Erschwernisse ist es dem fränkischen Automobilzulieferer im letzten Jahr gelungen, einen Gewinn zu erwirtschaften. Wie hoch das „positive Ergebnis“ letztlich ausfällt, wird jedoch mit keiner Silbe erwähnt. Beim Thema Umsatz ist Brose gesprächiger: 2020 setzte die Gruppe 5,1 Milliarden Euro um – 17 Prozent weniger als noch im Vorjahr.

Neue Produkte zur Elektrifizierung

Auf den Gewinn drücken neben der im letzten Jahr schwächelnden Autoindustrie auch Umbaukosten. Brose befindet sich laut eigenen Angaben mitten in einer Erneuerungs- und Restrukturierungsphase. Auftragsmäßig lief es hingegen ziemlich rund: Laut eigenen Angaben verbuchte der Zulieferer 2020 den zweithöchsten Auftragseingang der Firmengeschichte – knapp 1,3 Milliarden Euro.

Dazu gehörten auch Aufträge in neuen Geschäftsfeldern unter anderem für Sensorik zur Kollisionserkennung auf Radarbasis. Die Technologie soll einen Schutz bei selbsttätig öffnenden Seitentüren bieten. Auch im Bereich Mikromobilität zog der Zulieferer einen großen Auftrag an Land: Neben den Antrieben für E-Bikes liefert Brose ab 2022 Motor, Steuergerät und Leistungselektronik für E-Roller. Erster Kunde soll „einer der größten Zweiradhersteller der Welt“ sein.

Mit einem ebenfalls nicht namentlich genannten „deutschen Premiumhersteller“ entwickelt Brose zudem ein Thermalsystem, das die Reichweite von E-Fahrzeugen um bis zu zehn Prozent steigern soll. „Wir müssen erhebliche Vorleistungen aufwenden, um neue Produkte zu entwickeln und zur Serienreife zu bringen“, sagte Brose-Chef Ulrich Schrickel. In den kommenden drei Jahren will Brose mehr als eine Milliarde Euro in Technologien, technische Anlagen und den Ausbau von Standorten investieren.

Ausblick bis 2022

Für das laufende Jahr rechnet Brose mit einer Erholung der Automobilproduktion, macht aber keine Gewinn- oder Umsatzprognosen. Für 2022 peilt der Zulieferer den gleichen Umsatz an wie im Jahr 2019. Geplant ist außerdem ein Gemeinschaftsunternehmen mit Volkswagen für Komplettsitze und Innenraumkonzepte. Das Kartellamt muss noch zustimmen. Generell blickt Brose zuversichtlich in die Zukunft: „Wir planen, in den nächsten Jahren schneller als der Markt zu wachsen.“

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