Elektromobilität

Brose: Motorbaukasten ermöglicht neue Potenziale

| Autor / Redakteur: Willi Parsch* / Christian Otto

Mit einem Motor- und Elektronikbaukasten nutzt Brose standardisierte Schnittstellen und Komponenten.
Mit einem Motor- und Elektronikbaukasten nutzt Brose standardisierte Schnittstellen und Komponenten. (Bild: Daniel Löb/ Brose)

Mit der Elektrifizierung des Antriebsstrangs verdrängen Architekturen von 48 bis 810 Volt das Zwölf-Volt-Bordnetz. Brose reagiert darauf mit einem Motor- und Elektronikbaukasten und macht seine Produkte fit für den flexiblen Einsatz mit verschiedenen Betriebsspannungen.

Elektromobilität ist in: Nahezu jeder namhafte Autohersteller arbeitet mit Hochdruck an der Vergrößerung seiner Produktpalette an Hybrid- und E-Fahrzeugen. Für Anbieter von mechatronischen Systemen wie den Zulieferer Brose, der bereits heute rund 200 Millionen Motoren in den Markt liefert, ist dies Chance und Herausforderung zugleich. Denn durch den Wegfall des Verbrennungsmotors müssen bisher über Riemen angetriebene Nebenaggregate ebenfalls elektrifiziert werden. Das eröffnet neue Geschäftspotenziale. Allerdings verfolgen die OEMs keinen einheitlichen Ansatz und setzen je nach Antriebsart und Elektronikphilosophie auf unterschiedliche Bordnetze mit Spannungen von 48 über 470 bis zu 810 Volt.

Flexibler Baukasten

Daher müssen fast alle Motoren und Antriebe des Familienunternehmens mit unterschiedlichen Betriebsspannungen zurechtkommen, um auch in Hybrid- oder Elektroautos zum Einsatz kommen zu können. Brose unterstützt die Automobilhersteller dabei mit einer wirtschaftlichen Lösung: Ein produktübergreifender Motor- und Elektronikbaukasten mit standardisierten Komponenten deckt den Leistungsbereich von 250 Watt bis 20 Kilowatt (kW) und Spannungen von 12 bis 810 Volt ab. Jahrzehntelange Erfahrung und bewährte Technologien werden damit auf elektrifizierte Fahrzeuge übertragen. Unabhängig vom Fahrzeugantrieb profitieren die OEMs von kurzen Entwicklungszeiten, robusten Produkten, einer hohen Flexibilität sowie Skaleneffekten bei der weltweiten Fertigung – und das bereits in der Hochlaufphase neuer Produkte.

Verdienen Sie genug? Der große Gehaltsreport IT & Industrie

Gehaltsreport IT und Industrie 2018

Verdienen Sie genug? Der große Gehaltsreport IT & Industrie

Was verdienen Arbeitnehmer in den unterschiedlichen Branchen konkret? In welchem Bundesland sind die Unternehmen besonders spendabel? Wie viele Wochenarbeitsstunden werden geleistet und wie zufrieden sind die Mitarbeiter? Wir haben nachgefragt. weiter...

Die Besonderheit des Brose-Baukastens: Die Statoren und Rotoren lassen sich auf Basis standardisierter Schnittstellen kombinieren. Zudem sind die Motoren und Elektroniken einheitlich ausgeführt, die Reihenfolge bei der Montage bleibt immer gleich. Unterschiedliche Leistungsdichten realisiert der Zulieferer etwa durch den Einsatz verschiedener Magnetarten oder die Anpassung der Windungszahl. Brose rechnet damit, in den kommenden Jahren mehr als zehn Millionen Baukastenantriebe jährlich zu fertigen.

Erste Serienfertigung beginnt 2020

Erste Großaufträge liegen bereits vor. Ein Beispiel ist der elektrische Kältemittelverdichter, der Motor, Verdichtereinheit und Leistungselektronik zu einem optimal abgestimmten System vereint. Im Gegensatz zu konventionell vom Verbrennungsmotor angetriebenen Varianten läuft das Nebenaggregat nur bei Bedarf und ist dadurch sparsamer. Es kann in Bordnetzen von 48 bis 810 Volt eingesetzt werden und arbeitet sowohl mit chemischen Kältemitteln als auch mit CO2. Dabei liefert der Kältemittelverdichter bis zu 7,5 kW. Er ist zudem als Wärmepumpe einsetzbar und sorgt so für effizientes Heizen und Kühlen des Innenraums – das auf Wunsch bereits vor dem Einsteigen.

Der elektrische Kältemittelverdichter von Brose kann in Bordnetzen von 48 bis 810 Volt eingesetzt werden.
Der elektrische Kältemittelverdichter von Brose kann in Bordnetzen von 48 bis 810 Volt eingesetzt werden. (Bild: Brose)

Das Brose-Produkt ist mit seiner hohen Leistungsdichte besonders gut für E-Fahrzeuge geeignet, weil die Batterie und damit die Reichweite so wenig wie möglich belastet werden. Der eingesetzte Spiralverdichter sorgt für eine gleichmäßige Kühlmittelförderung und einen leisen Betrieb. Das ist besonders während des Ladens von Elektroautos wichtig, wenn keine Fahrgeräusche vorhanden sind.

Die Top-100 Automobilzulieferer des Jahres 2017

Marktübersicht

Die Top-100 Automobilzulieferer des Jahres 2017

Aktuelle Diskussionen bescheinigen der Autobranche keine gute Zukunft – das vergangene Geschäftsjahr war dennoch überwiegend erfolgreich. Neue Konkurrenz sorgt zudem für Bewegung. Eine Marktübersicht der „Global Top 100 Automotive Suppliers“ 2017. weiter...

Baukasten ermöglich Einstieg ins Bremsengeschäft

Um eine kürzere Ladezeit zu unterstützen, kann der elektrische Kältemittelverdichter ebenfalls zur Batteriekühlung eingesetzt werden. Die erste Serienfertigung des Produkts beginnt 2020. Ab 2021 liefert der Mechatronikspezialist über zehn Jahre mehr als zwei Millionen der Systeme an einen Premiumhersteller.

Nicht zuletzt gelang dem Familienunternehmen mithilfe des Baukastenkonzepts der erfolgreiche Wiedereinstieg in das Bremsengeschäft. Ab 2021 setzt ein namhafter Systemlieferant den neuen Brose-Motor für elektrische Bremskraftverstärker ein: Der Auftrag umfasst 40 Millionen Einheiten über eine Laufzeit von neun Jahren.

Notbremsassistent: Hohe Dynamik, robustes Design

Der Motor ist durch seine skalierbare Größe und Leistung auch für integrierte Bremssysteme geeignet, die den elektrischen Bremskraftverstärker und das ABS in einem kompakten System vereinen. Und er ist bereit für intelligente Fahrzeuge, die autonom bremsen. Dafür sorgen eine besonders hohe Dynamik und das robuste Design, das auch funktionalen Sicherheitsanforderungen gerecht wird.

Als Notbremsassistent sorgt der Bremskraftverstärker für einen hohen Fußgängerschutz – eine Funktion, die auch zum Erreichen der begehrten fünf Sterne beim NCAP-Crashtest (New Car Assessment Program) eine immer wichtigere Rolle einnimmt.

*Willi Parsch ist „Leiter Entwicklung Antriebe“ bei der Brose-Gruppe

Sicherheit als wichtigste Anforderung an das Autonome Fahren

Autonomes Fahren

Sicherheit als wichtigste Anforderung an das Autonome Fahren

Erfahren Sie im Whitepaper, wie durch intelligente und sichere Systeme Öffentlichkeit, Aufsichtsbehörden und Regierungen von der Sicherheit des Autonomen Fahrens überzeugt werden können. weiter...

Kommentare werden geladen....

Kommentar zum Beitrag schreiben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45384630 / Elektromobilität)