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16.07.2020

Der Erstmusterprüfbericht als Schlüssel zur Serienfertigung

Von der Idee zum Serienprodukt? Erfahren Sie, wie unsere EMP.Net Software die Erstellung eines normenkonformen Erstmusterprüfberichts erleichtert und somit den Weg Richtung Serienfertigung und einhergehender Erfüllung von Kundenanforderungen ebnet.

Mit dem Erstmusterprüfbericht (EMPB) oder auch FAI (First Article Inspection) bzw. Initial Sample Inspection Report (ISIR) erbringt der Lieferant den Nachweis, dass seine Produkte die vom Kunden geforderten Qualitätsanforderungen erfüllen. Hierbei werden Erstmuster normalerweise einer Vollprüfung unterzogen, um Fehlern von Serienbeginn an vorzubeugen und um zu überprüfen, ob Vereinbarungen eingehalten wurden. Erst die kundenseitige positive Bewertung der Erstmuster hat die Freigabe des Lieferanten-Serienprozesses zur Folge.

Die normenkonforme Erstbemusterung

Für die Erstbemusterung gibt es eine Reihe standardisierter Forderungen und Formate, bei deren Erstellung – wie in vielen anderen Bereichen des Qualitätswesens – die Automobilindustrie federführend war. Innerhalb von Regelwerken wie IATF 16949 bzw. QS 9000 stehen beispielsweise Verfahren wie PPAP (Production Part Approval Process) und Dokumente wie der PSW (Part Submission Warrant) bzw. PPF/EMPB oder ISIR zur Verfügung, um Bemusterungsprozesse und die daraus resultierende Interaktion zwischen Zulieferer und Automobilhersteller zu vereinheitlichen. Hierin werden verschiedene Aspekte von der Designaufzeichnung über die Analyse von Messsystemen bis hin zur Kommunikation von Informationen bezüglich der endgültigen Teilevorlagebestätigung geregelt. In der eigentlichen Erstbemusterung muss dann eine abgestimmte Produktionsmenge von aufeinanderfolgenden Teilen unter Serienbedingungen hergestellt werden, um etwa den Forderungen der AIAG (Automotive Industry Action Group) zu entsprechen. Ganz getreu unserem Motto der Normenkonformität, sind sämtliche dieser Lösungen und Vorlagen in EMP.Net normengetreu vorhanden.

Gewinn an Effizienz und Genauigkeit

Die Risiken von Fehleingaben bei manueller bzw. papierbasierter Erstellung eines Erstmusterprüfberichts sind aufgrund der Komplexität der Aufgabe und Vielzahl an verschiedenen Informationsquellen absolut real. Auch ist der zeitliche Aufwand bei der händischen Erstellung eines EMPB immens. Der Einsatz einer Softwarelösung wie EMP.Net bringt daher eine Vielzahl an Vorteilen mit sich, die einen deutlichen Gewinn an Effizienz und Genauigkeit bedeuten. In der Software EMP.Net arbeiten Sie direkt in einer dedizierten Erstmuster-Baumstruktur, in welcher Sie den jeweiligen Lieferanten oder Kunden auswählen und diesem die zutreffenden Prüfpläne und Merkmalsstrukturen auf Knopfdruck zuordnen. Die Software leitet Sie hier systematisch durch die Erstellung des normenkonformen EMPB und greift dabei auf alle verfügbaren Informationsquellen zurück.

Prüfplanung und Prüfdatenerfassung

Nach der Prüfplanung, in der genau festgelegt wird, wie viele Teile und welche Merkmale mit welchen Eingriffsgrenzen geprüft werden sollen, erfolgt in EMP.Net die assistentengesteuerte Erfassung der Merkmale an den unter Serienbedingungen gefertigten Prüfteilen. Den fertig bearbeiteten Prüfbericht erhalten Sie hiernach als PDF-Datei inklusive der relevanten Begleitdokumentation. Diese Dokumentation beweist Ihrem Kunden, dass das zugrundeliegende Muster in einem Prozess hergestellt wurde, der der jeweiligen Richtlinie und definierten Produktionsrate entspricht. Bei dem gesamten Weg von Prüfplanung und Prüfdatenerfassung bis hin zur Ausgabe des Prüfberichts stellt EMP.Net die referenzielle Integrität sicher, womit die Möglichkeit von Fehlübertragungen ausgeschlossen wird.

Direkter Datenaustausch und integrierte CAD-Kopplung

Sämtliche modulübergreifenden Daten stehen in EMP.Net zur Verfügung. Somit können durchgängige Informationen aus Prüfmittelwesen, Risikoanalyse oder Control Plan in einem Dokument zusammengeführt werden. Es besteht beispielsweise die Möglichkeit eines Merkmalsaustauschs zwischen Control Plan und EMP.Net.

Auf Knopfdruck können die Merkmale des EMPB direkt in den Prozesslenkungsplan übernommen werden und andersherum. Darüber hinaus gestattet der Einsatz von EMP.Net auch die einfache Einbindung und Stempelung von CAD-Zeichnungen in CAD-Importformaten wie DXFDWG oder IGES. Mit der optional integrierten grafischen Prüfplanung CAD-Link.Net können somit relevante Prüfmerkmale inkl. Spezifikationen (Maße, Form- und Lagetoleranzen, Symbole und Bemerkungen) direkt aus CAD-Zeichnungen übernommen werden.

Termine und Workflows im Blick

Mit den Funktionen zur Terminüberwachung in EMP.Net behalten Sie Requalifikationsprüfungen und entsprechende Deadlines immer im Auge. Hiermit können Sie sich auf anstehende Produktrequalifikationen frühzeitig vorbereiten und auch Ihre Lieferanten rechtzeitig in den Prozess mit einbeziehen. Sie müssen dabei die notwendigen Daten nicht neu erstellen, sondern können bei der Nachbemusterung die Inhalte des EMPB direkt in ihrer aktuellsten Version aufrufen und für die Requalifikation entsprechend anpassen. Denn als dynamisches Element Ihres Freigabeworkflows gliedert sich EMP.Net nahtlos in Ihr Projektmanagement oder Ihren APQP-Workflow ein und trägt damit zu einem modulübergreifenden Informationsmanagement bei, das sich durch eine außerordentliche Datentransparenz und Datenaktualität auszeichnet.

Dateiformate für die Industrie

EMP.Net und damit auch die gesamte CAQ.Net® Suite zeichnet sich aber nicht nur durch die interne Vernetzung der Module aus, sondern auch durch die konsequente Umsetzung branchenspezifischer Standards wie das XML-Austauschformat QDX und die externe Anbindung an Portallösungen wie MyCAQ.Net oder SupplyOn. Mit dem von dem VDA entwickelten QDX-Format können alle gängigen Qualitätsmanagementdokumente, wie beispielsweise der Erstmusterprüfbericht, zwischen Kunden und Lieferanten ausgetauscht werden.

Letztlich zeichnet sich EMP.Net auch durch einen hohen Grad an Integrationsfähigkeit bezüglich Messmitteln aus. Durch die Unterstützung marktüblicher Interfaces und mehrdimensionaler Messmittel für Online-Messung können nahezu alle Messmaschinen, Prüfautomaten und Laborgeräte verbunden werden. All diese Integrationsmöglichkeiten sind in EMP.Net genauso selbstverständlich wie in allen übrigen Modulen von CAQ.Net®.