Suchen

Automatisiertes Fahren Car2Car-Pilotprojekte auf der A9 vorgestellt

| Redakteur: Claus-Peter Köth

Continental, die Deutsche Telekom, das Fraunhofer ESK sowie Nokia Networks demonstrierten Anfang November gemeinsam mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt die Echtzeitkommunikation zwischen Fahrzeugen über das LTE-Mobilfunknetz.

Firmen zum Thema

Teile der Autobahn A9 sind ein „digitales Testfeld“ für die Car2Car-Kommunikation. Im November stellten die beteiligten Projektpartner zwei Anwendungen vor.
Teile der Autobahn A9 sind ein „digitales Testfeld“ für die Car2Car-Kommunikation. Im November stellten die beteiligten Projektpartner zwei Anwendungen vor.
(Foto: Deutsche Telekom )

Die Projektpartner stellten zwei Anwendungen vor: Bei einem Projekt werden Autofahrer auf der Überholspur frühzeitig gewarnt, wenn ein zwischen Lkw auf der rechten Spur verstecktes Auto nach links ausscheren möchte. Und gleichzeitig wird der Ausscherende gewarnt, dass sich auf der Überholspur ein schnelleres Fahrzeug nähert. Bei dem anderen Projekt werden Bremsvorgänge auch an weiter hinten fahrende Autos gemeldet, deren Fahrer die Bremslichter der vorderen Fahrzeuge noch gar nicht sehen können.

Bildergalerie

Vorreiter der Mobilität 4.0

„Mit dem digitalen Testfeld auf der A 9 haben wir ein technologieoffenes Angebot für Industrie und Forschung geschaffen. Hier können innovative Unternehmen automatisiertes und vernetztes Fahren im Realbetrieb testen. Damit bringen wir das Labor auf die Straße“, betonte Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur: „Mit dem ersten Demonstrationsprojekt für Car2Car-Kommunkation über Highspeed-Mobilfunk nahe 5G nehmen wir den Sprung in das digitale Echtzeitalter auf der Straße. Dadurch wird der Verkehr für die Autofahrer vorhersehbarer. Staus und Unfälle werden vermieden. Das Projekt zeigt: Deutschland ist in der digitalisierten Welt Vorreiter für die Mobilität 4.0. Unser Anspruch ist es, international mit dem Prädikat „Tested on German Autobahn” wahrgenommen zu werden.“

Erweitertes LTE-Mobilfunknetz

Für das Projekt wurde das bestehende LTE-Mobilfunknetz der Deutschen Telekom im Testbereich durch Mobile-Edge-Computing-Technologie von Nokia Networks erweitert. Dabei werden die Mobilfunk-Basisstationen durch Einschubmodule (sogenannte „Cloudlets“) ergänzt. Diese sorgen dafür, dass die Kommunikation nicht durch das gesamte Netz geleitet werden muss, sondern lokal innerhalb der jeweiligen Funkzelle stattfinden kann. Auf diese Weise können die Signallaufzeiten auf etwa 20 Millisekunden drastisch verkürzt werden. Ohne die neue Technik dauert die Übertragung in LTE-Netzen bestenfalls knapp einhundert Millisekunden, unter ungünstigen Bedingungen sogar mehrere hundert Millisekunden. Erst durch die schnelle Übertragung werden Verkehrssicherheitsanwen-dungen über Mobilfunknetze sinnvoll möglich.

Spezielle Software im Einsatz

An Bord der Testfahrzeuge befindet sich jeweils eine On-Board-Unit, die mit den Fahrzeugsystemen verbunden ist und über ein Funkmodul mit dem LTE-Netz kommuniziert. Von Continental stammt die Anwendungssoftware sowie die grafische Oberfläche für die Anwendungsszenarien. Außerdem zeichnet Continental verantwortlich für die Integration der LTE-Technik mit den Signalen des Fahrzeugbus (CAN). Das Fraunhofer ESK hat die GeoService-Software entwickelt, die dafür sorgt, dass die Positionsdaten der Fahrzeuge erfasst und direkt in der jeweils nächsten LTE-Basisstation verarbeitet werden. Auf Basis der dort vorgenommenen Berechnungen können Ereigniswarnungen fast verzögerungsfrei an alle Fahrzeuge gesendet werden, die sich im relevanten Bereich befinden.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 43768286)