Berylls und mm customer strategy Studie

Carsharing – der große Durchbruch steht noch bevor

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Kannibalisierungseffekte auf breiter Front

Da das „Mobilitätsbudget“ der Deutschen, die Summe absolvierter Personenkilometer, seit Jahren nur moderat ansteigt, verwundert es nicht, dass Carsharing sein Wachstum zu Lasten von anderen Verkehrsträgern erzielt. 7 Prozent der Befragten gaben in der Studie an, den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) intensiver zu nutzen – dem stehen jedoch 22 Prozent gegenüber, die aufgrund von Carsharing den ÖPNV weniger oder gar nicht mehr berücksichtigen. Auf besonders starke Einschnitte müssen sich vor allem die Taxiunternehmen und Autovermieter einstellen: dort ist der Nettoeffekt mit 29 Prozent bzw. 28 Prozent reduzierter Nutzung am höchsten. Für das Auto beträgt der Netto-Rückgang insgesamt zwar nur 14 Prozent, jedoch ist es für 56 Prozent der Befragten aktuell das wichtigste Verkehrsmittel und so in Summe besonders stark betroffen, was ein Treiber für die Reduktion des Fahrzeugbestandes sein kann.

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Hierbei treten deutliche Unterschiede zwischen stationären und Free-floating-Angeboten zu Tage: Während erstere vornehmlich öffentliche Verkehrsmittel im Regional- und Fernverkehr ersetzen, werden letztere anstelle von Taxi und Mietwagen genutzt. Die Veränderung des Mobilitätsverhaltens im Einzelfall hängt dabei stark von der konkreten Ausgangslage und der spezifischen Angebotssituation ab.

Angebote am Bedarf vorbei?

Es gibt mittlerweile ein vielfältiges Spektrum von Angebotsmodellen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Stationsgebundene Angebote, z.B. von Flinkster, Stadtmobil oder Cambio, setzen auf langfristige Planbarkeit, unterschiedlich große Autos für unterschiedliche Nutzungszwecke und Preismodelle. Die stationsunabhängigen Angebote von Car2Go und DriveNow setzen auf eine kurzfristigere Nutzung mit maximaler Flexibilität. Zudem gibt es Varianten, wie z.B. Citeecar, bei dem jeder Wagen an einer Einzelstation durch einen privaten „Citeehost“ betreut wird.

Gemäß der Studie ist den Carsharing-Nutzer kurzfristige Flexibilität ebenso wichtig wie langfristige Planbarkeit und günstige Langstreckentarife. Nutzer und Interessenten wünschen sich weiterhin zum großen Teil eine räumliche Ausweitung der Angebote und 68 Prozent die nahtlose Kombination mit dem ÖPNV. 80 Prozent der Befragten bevorzugen zudem unterschiedliche Fahrzeugtypen im Portfolio ihres Anbieters und nur 11 Prozent legen Wert darauf, nur Fahrzeuge einer Marke zu nutzen. Bezüglich der Fahrzeugausstattung haben die Nutzer klare Präferenzen: die Fahrzeuge sollten gutes Design, fortschrittliche Technik, sportliche Fahreigenschaften und ein zeitgemäßes Connectivity-Angebot aufweisen.

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