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Berylls und mm customer strategy Studie Carsharing – der große Durchbruch steht noch bevor

Redakteur: Jens Scheiner

Carsharing ist einer der wichtigsten Trends in der Automobilindustrie. Künftig sollen weniger Fahrzeuge mehr Mobilität erzeugen und so Städte und Einwohner gleichermaßen entlasten.

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Endkundenstudie von Berylls Strategy Advisors und mm customer strategy zur Situation von Carsharing aus Kundensicht.
Endkundenstudie von Berylls Strategy Advisors und mm customer strategy zur Situation von Carsharing aus Kundensicht.
(Foto: Drive Now)

Die Anzahl der Carsharing-Anbieter ist in den letzten Jahren weltweit durch den Markteintritt von Automobilherstellern, Mobilitätsdienstleistern, regionalen Carsharing-Organisationen, privaten Vermittlungsdiensten sowie verkehrsmittelübergreifenden Makler-Plattformen sprunghaft angestiegen. Dennoch ist die Marktpenetration mit gerade einmal 1,7 Prozent noch relativ verhalten. Potenzial für eine deutliche Verstärkung der Nachfrage ist vorhanden aber dafür müssen sich Angebotsmodelle und öffentlich-rechtliche Rahmenbedingung stark ändern. In jedem Fall birgt Carsharing ein immenses Marktpotential und wird gravierende Auswirkungen für alle Mobilitätsanbieter mit sich bringen.

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Besonders Automobilhersteller, Autovermieter und auch Leasinggesellschaften treibt die Frage um, wie sich die Mobilität in Zukunft wandelt und was dies für ihre etablierten Geschäftsmodelle bedeutet. Daher wurden in der repräsentativen, jährlich von den Münchner Strategieberatungen Berylls Strategy Advisors und mm customer strategy durchgeführten Kundenstudie „Mobility Compass“ 1.900 Führerscheininhaber in Deutschland zu Ihren Erfahrungen und Wünschen bezüglich Car- und Ridesharing gefragt und im Abgleich mit aktuellen Branchenrecherchen und Experteninterviews Prognosen für die Zukunft der Branche erarbeitet.

Nischenthema trotz hoher Bekanntheit und rapidem Wachstum

Aus der Studie geht hervor, dass 63 Prozent der Befragten mindestens einen Anbieter kennen. In Städten über 500.000 Einwohnern, den Geschäftsgebieten der „Free-floating“ (Stationsunabhängig) Anbieter wie Car2Go oder DriveNow, sind es sogar über 75 Prozent. Die meisten der circa 150 Anbieter in Deutschland sind jedoch nur lokal aktiv und bekannt. Die Anzahl der registrierten Nutzer von etwa 1,3 Millionen ist demgegenüber noch relativ gering. Die Studie belegt, dass jeder Nutzer durchschnittlich 1,3 Mitgliedschaften unterhält, so dass aktuell von circa 1 Millionen „unique“ Nutzern in Deutschland auszugehen ist.

Auch „Peer2Peer-Carsharing“, die nicht-kommerzielle Überlassung von privaten Pkws zwischen Privatpersonen entwickelt sich stetig. Die beiden Marktführer in Deutschland, Tamyca und autonetzer, sind 12 Prozent der Befragten bekannt und verzeichnen circa 150.000 Registrierungen. Die Nutzergruppen der verschiedenen Carsharing-Formate sind dabei keineswegs homogen. Die Gruppe ökologisch motivierter Menschen wird nun von anspruchsvollen und gut motorisierten Nutzern erweitert. Auch der ursprüngliche Hauptnutzungsgrund „Umweltschutz“ weicht nun den Motiven „Bequemlichkeit“ und „Kostenreduktion“. Am höchsten ist mittlerweile die Carsharing-Durchdringung bei Nutzern, die selbst ein Fahrzeug der oberen Mittel- oder Oberklasse besitzen.

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