Lieferkette Mittelstand: Nachhaltigkeit verstehen oder gehen

Von Hartmut Hammer

Mittelständische Zulieferer werden zunehmend in die Nachhaltigkeitsinitiativen ihrer Kunden eingebunden. Ob sie wollen oder nicht, müssen sie rasch die Regularien des Nachhaltigkeitsmanagements umsetzen.

Nachhaltigkeit kann nur durch partnerschaftliche Zusammenarbeit über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg gelingen.
Nachhaltigkeit kann nur durch partnerschaftliche Zusammenarbeit über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg gelingen.
(Bild: Engie Impact)

Laut einer Studie der Boston Consulting Group und des Weltwirtschaftsforums liegen – je nach Sektor – etwa 80 Prozent der CO2-Emissionen in der Verantwortung der Lieferketten, und nicht beim Produzenten der Ware selbst. In der Automobilbranche sollen es sogar 87 Prozent sein. Kein Wunder, dass Automobilhersteller und Tier-1-Zulieferer ihren Lieferanten immer umfangreichere Nachhaltigkeitsratings und Kennzahlen abverlangen, um ihre eigenen Dekarbonisierungs-Agenden zu dokumentieren. Valide Daten, etwa von CO2-Einsparungen, sind in zunehmendem Maße Entscheidungskriterien bei Beschaffungsprozessen.

Hinzu kommt, dass frisches Kapital oder günstige Kreditkonditionen zunehmend an Unternehmen mit einer nachhaltigen Strategie vergeben werden. Auch potenzielle Arbeitskräfte und die Öffentlichkeit interessieren sich immer mehr für die ökologische und soziale Performance der Unternehmen, was insbesondere beim „War for talents“ künftig eine gewichtigere Rolle spielen wird.