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Concar-Expo: Die Zukunft ist vernetzt

| Autor/ Redakteur: Gerald Scheffels / Wolfgang Sievernich

Erstmals fand in Düsseldorf die ConCarExpo statt: eine Messe für das „Connected car“. Der Auftakt scheint gelungen, die nächste Veranstaltung ist schon terminiert.

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Auf dem ConCarForum stellten rund 30 Experten die Lösungen ihrer Unternehmen vor.
Auf dem ConCarForum stellten rund 30 Experten die Lösungen ihrer Unternehmen vor.
(Gerald Scheffels)

Rundum vernetzt, mit Unterhaltungselektronik verknüpft, ohne Einschränkung sicher und bei Bedarf vollständig autonom unterwegs: Dass so die Zukunft des Autos aussieht, daran zweifelt kaum jemand in der Branche. Dass auf diesem Weg aber noch viele Herausforderungen zu meistern sind, ist unbestritten. Entsprechend hoch ist der Informationsbedarf. Die Concar-Expo, die Ende Juni 2016 in Düsseldorf stattfand, zeigte Lösungen auf. Rund 80 Aussteller präsentierten sich auf der Premiere der Messe, die vom VDI-Wissenforum veranstaltet wurde.

Schon ein Blick auf die Ausstellerliste zeigt, wie grundlegend sich mit der Konnektivität die Technologien und wohl auch die Geschäftsmodelle der Automobilindustrie ändern werden. Zu den Unternehmen, die in Düsseldorf ausstellten oder auf den Kongress präsentierten, gehörten IBM, Microsoft, Nvidia, Panasonic und Vodafone.

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Zahlreiche Neuheiten

Ein kurzer Überblick über Neuheiten, die auf der Messe gezeigt wurden: Der „Curfer“ von TomTom visualisiert den Fahrstil des Fahrers in Echtzeit und gibt die Daten auf einer interaktiven Karte aus. Continental präsentierte ein Fahrzeug ohne Rückspiegel, Vodafone eine Telematik-Lösung zur Ortung gestohlener Fahrzeuge. Altia bietet mit dem Deepscreen Code Generator eine Entwicklungsumgebung für Human-Machine-Interfaces (HMI). ESG zeigte mit SuperHAF, wie der Datenaustausch sowohl zwischen hochautomatisierten Fahrzeugen als auch zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur gestaltet und abgesichert werden kann.

Neue HAD-Entwicklungsplattform

Elektrobit hatte pünktlich zur Messe EB Robinos vorgestellt: eine umfassende, Hardware-unabhängige Softwarelösung für die Entwicklung und Markteinführung von Systemen für das hochautomatisierte Fahren (HAD). Die Lösung basiert auf einer neuen, mit offenen Schnittstellen versehenen standardisierten Architektur, die durch Softwaremodule für eine Vielzahl von Fahrerassistenzfunktionen ergänzt wird. Dr. Björn Giesler, Head of Driver Assistance Automotive Software: „Dieser integrierte Ansatz beschleunigt und optimiert die Entwicklung von Prototypen-Systemen. Außerdem ermöglicht er es, eingebettete Funktionen für Serienfahrzeuge zu entwerfen und zu verwalten.“

Die Lösung, so Dr. Giesler, erleichtert besonders die Kooperation zwischen mehreren verschiedenen Projektbeteiligten wie Fahrzeugherstellern, Zulieferern und Softwareentwicklern. Eine kostenfreie Testlizenz steht unter www.try-eb-robinos.com zur Verfügung. Die offene robinos-Spezifikation steht ebenfalls zum Download bereit unter www.open-robinos.com

Microsoft präsentierte in Düsseldorf seine IoT-Plattform für Connected Cars. Nach dem Prinzip des „Internet of mobile things“ verbindet die Plattform sicher und skalierbar Millionen von Endgeräten und Automobilen. Aus dem Bereich Big Data und Advanced Analytics zeigte Microsoft mobile Anwendungen für die „Cortana Intelligence Suite“, die beispielsweise Bewegtdaten analysiert – ein wichtiges Merkmal für die Umfelderkennung.

Die HDBase-T-Allianz zeigte einen Standard, der multimedialen Content, Ethernet und andere Steuersignale, USB 2.0 und sogar Strom auf einem Kabel vereinen kann. Der vom israelischen Unternehmen Valens Semiconductor entwickelte, extrem störunempfindliche Standard eignet sich für Infotainment-Anwendungen im Auto und für Advanced Driver Assisted Systems (ADAS). In der Allianz engagieren sich unter anderem Daimler, Delphi und General Motors.

Im Zentrum: Die Datensicherheit

Auch andere Aussteller machten deutlich, dass die Einigung auf Standards zu den Kernaufgaben der Konnektivität gehört – und die Datensicherheit. So präsentierte sich das neu gegründete „Automotive Security Review Board“, das auf Initiative von Intel gegründet wurde und für Führungsfunktionen Experten unter anderem von Aeris, NCC, Uber und Wind River gegründet hat. Die Universitäten Bochum und Darmstadt sind auch an Bord. Vorstandssprecher Craig Hurst: „Zu unseren Zielen gehört es, Referenzarchitekturen für das Connected car zu etablieren, die alle Risiken der Cyber-Security adressieren.“

Die Concar-Expo baut auf einer soliden Basis von vier bekannten internationalen VDI-Konferenzen auf: „Automated Driving“, „HMI & Connectivity“, „IT Security for Vehicles“ und „Safety Systems“. Die Konferenzen fanden zeitgleich statt und wurden ergänzt durch das „ConCarForum“: eine Reihe von Expertenvorträgen, die den Messebesuchern offen stand und rege besucht wurde. Auch jungen Unternehmen bot die Concar-Expo eine Präsentationsplattform – mit eigener Start-up Area.

Insgesamt bot die Messe einen gelungenen Auftakt für ein Thema, das die Automobilindustrie weiter in Atem halten wird. Da überrascht es nicht, dass der Folgetermin schon fast feststeht. Die nächste Concar-Expo findet im Juli 2017 in Berlin statt.

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