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IAA Nutzfahrzeuge

Continental: Ziehharmonika-Design gegen Stickoxide

| Redakteur: Christian Otto

Der Zulieferer Continental zeigt bei der IAA Nutzfahrzeuge Neuheiten in der Katalysatortechnik. Design- beziehungsweise Architekturveränderungen sollen die jeweilige Lkw-Abgasnachbehandlung schneller auf Temperatur bringen und damit wirksamer machen.

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Motornahe Platzierung von Katalysator und Filter. Die neue „Ziehharmonika-Falttechnik“ erlaubt asymmetrische und stärker bauraumangepasste Katalysatorabmessungen.
Motornahe Platzierung von Katalysator und Filter. Die neue „Ziehharmonika-Falttechnik“ erlaubt asymmetrische und stärker bauraumangepasste Katalysatorabmessungen.
( Bild: Continental )

Continental präsentiert auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover (20.-27.09.) Produkte für eine noch wirksamere Abgasnachbehandlung in Lastkraftwagen. Dabei geht es vor allem darum, die Wirksamkeit der Stickoxidumwandlung (NOx) in harmlose Abgasbestandteile zu optimieren. Die Herausforderung liegt darin, die Abgasnachbehandlung schnell nach dem Motorstart auf eine wirksame Temperatur zu bringen und dort zu halten.

Sehr unterschiedlich sind jedoch die Rahmenbedingungen für die Integration von Katalysatoren und Filtern im Fahrzeug. Wo bei einem Fahrzeugtyp eine motornahe Platzierung von Katalysator und Filter gelingt, kann dies in einem anderen Modell auf Jahre hinaus unmöglich sein, weil der Rahmen schwerer Lkw langfristig definiert ist.

Ziehharmonika-Ansatz

Deshalb hat Continental Systeme entwickelt, mit denen sich laut Unternehmensangaben in beiden Situationen weitere Fortschritte bei der NOx-Umwandlung erzielen lassen. Auf der IAA Nutzfahrzeuge werden beide Ansätze gezeigt: die motornahe Platzierung sowie eine Architektur mit einer Verbindung aus Diesel-Eindüsung und elektrischem Heizelement vor dem Katalysator.

Im Pkw wird der Katalysator oft möglichst dicht an den Motor gerückt, um das Katalysatorinnere schnell auf die nötige Temperatur zu bringen. Im Lkw ist das nicht immer möglich. Gerade die ganz großen Lkw-Zugmaschinen bieten oft nicht den erforderlichen Raum für einen ausreichend dimensionierten motornahen Diesel-Oxidations-Katalysator (DOC). Continental bietet hier zwei Lösungen an: Die neue „Ziehharmonika-Falttechnik“ soll asymmetrische und stärker bauraumangepasste Katalysatorabmessungen erlauben. Zudem spare das System rund 20 Prozent Masse.

Neue Bauteilarchitektur

Wo das aus geometrischen Gründen nicht geht, soll eine neue Architektur von Continental helfen: Hier wird kurz vor der Schalldämpferbox Dieselkraftstoff in ein Mischrohr eingedüst. Unmittelbar stromabwärts folgt ein Heizkatalysator (EMICAT), der den Kraftstoffnebel katalytisch in Wärme umwandelt, die das gesamte Katalysatorsystem aufheizen kann. Dabei genügt laut Conti schon ein geringer Kraftstoffeinsatz, um die erforderliche Heizleistung zu erzielen. Davon sollen beispielsweise Lieferfahrzeuge im „Postbetrieb“ profitieren, die wegen der vielen Motorstillstände selten eine ausreichende Motor- und damit Abgastemperatur erreichen.

Für die eigentliche Selective Catalytic Reduction (SCR) des NOx im Abgas wird eine wässrige Harnstofflösung in das Abgas eingedüst. Die neue Pumpe (Gen V) soll optional eine Purge-Funktion bieten, die am Ende des Fahrbetriebs die Harnstoffleitung leert und damit Frostprobleme in der Düse vermeidet. Ist die Düse dagegen einfriersicher, kann die Purge-Funktion entfallen und der Fokus liegt auf einer schnelleren Dosierbereitschaft. Mit einer Förderleistung von bis zu 20 kg/h kann die Pumpe nach Angaben des Zulieferers auch zwei Injektoren speisen. Außerdem kann durch eine neue Filtrierungsstrategie das komplette System vor Schäden durch verschmutzten Harnstoff geschützt werden. Die Pumpe soll in unterschiedlichen Lagen im Fahrzeug eingebaut werden können, um die Integration zu erleichtern.

Halle 17, Stand B11

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