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Nutzfahrzeuge Daimler und Volvo entwickeln Brennstoffzellen für Lkw

| Autor: Thomas Günnel

Brennstoffzellen sind vor allem in Nutzfahrzeugen eine vielversprechende Alternative zu anderen Antriebsformen. Zwei der größten Nutzfahrzeughersteller wollen die Systeme jetzt gemeinsam entwickeln.

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Die Montage einer Brennstoffzellen-Antriebseinheit. Die Systeme sind vor allem in Nutzfahrzeugen eine gute Alternative zu batterieelektrischen Antrieben.
Die Montage einer Brennstoffzellen-Antriebseinheit. Die Systeme sind vor allem in Nutzfahrzeugen eine gute Alternative zu batterieelektrischen Antrieben.
(Bild: Daimler)

Die Nutzfahrzeugsparten von Daimler und Volvo wollen gemeinsam Brennstoffzellensysteme für den Einsatz in schweren Trucks entwickeln. In der zweiten Hälfte des Jahrzehnts sollen diese für den Einsatz im Fernverkehr serienreif sein. „Für den Lkw-Einsatz im schweren Fernverkehr sind Brennstoffzellen eine entscheidende Lösung“, sagt Martin Daum, Daimler-Trucks-Chef. „Die Partnerschaft mit Volvo ist ein Meilenstein, um brennstoffzellenbetriebene Lkw und Busse nun auf unsere Straßen zu bringen.“

Daimler Trucks will dafür alle konzernweiten Brennstoffzellen-Aktivitäten in einer neuen Brennstoffzellen-Einheit zusammenführen, auch die von Mercedes-Benz Fuel Cell. Das Unternehmen entwickelt seit vielen Jahren Brennstoffzellen- und Wasserstoffspeichersystemen für verschiedene Fahrzeuge.

Volvo erwirbt anschließend die Hälfte des Joint Ventures für rund 600 Millionen Euro. Das neue Unternehmen umfasst Standorte in Nabern/Deutschland, dem derzeitigen Hauptsitz von Mercedes-Benz Fuel Cell, und weitere Produktionsstätten in Deutschland und Kanada. Laut Daum wollen beide Partner mindestens jeweils neunstellige Beträge in die Technologie investieren, also über 100 Millionen Euro.

Brennstoffzelle: Die Infrastruktur ist entscheidend

„Mit der Gründung dieses Joint Ventures zeigen wir deutlich, dass wir an die mit Wasserstoff angetriebene Brennstoffzelle für Nutzfahrzeuge glauben. Damit diese Vision jedoch Wirklichkeit werden kann, müssen auch andere Unternehmen und Institutionen diese Entwicklung unterstützen, nicht zuletzt, um die erforderliche Kraftstoffinfrastruktur aufzubauen“, sagt Martin Lundstedt, Vorstand der Volvo Group.

Die Unternehmen wollen mit der Zusammenarbeit vor allem die Entwicklungskosten senken und die Brennstoffzellen-Systeme für den schweren Transport und Langstreckeneinsätze schneller auf den Markt bringen. Effizienz ist vor allem für Daimlers Lastwagensparte wichtig, sie kämpft mit der weltweit nachlassenden Konjunktur. Martin Daum will die Kosten deutlich senken, um dennoch genug Mittel für wichtige aber teure Zukunftsprojekte wie die Brennstoffzelle zur Verfügung zu haben.

Ganz überraschend ist die Zusammenarbeit von Daimler und Volvo nicht: Großaktionär beider Unternehmen ist der der Milliardär Li Shufu, Gründer des chinesischen Autokonzerns Geely. Die unterzeichnete vorläufige Vereinbarung ist noch nicht bindend, soll es aber bis zum Jahresende 2020 sein. Die zuständigen Wettbewerbsbehörden müssen ebenfalls noch zustimmen.

Auch andere Hersteller entwickeln Brennstoffzellen für Nutzfahrzeuge. Toyota und der amerikanische Truck-Hersteller Kenworth zum Beispiel haben bereits im Frühjahr 2017 einen schweren Lkw mit Brennstoffzellenantrieb vorgestellt, der in den USA im kommerziellen Einsatz ist. Hyundai liefert Lkw mit Brennstoffzellenantrieb seit diesem Jahr in der Schweiz aus, schon im Jahr 2025 sollen es rund 1.600 Stück sein.

Hintergrund ist, dass die EU die CO2-Grenzwerte über die kommenden Jahre auch bei Lastkraftwagen deutlich verschärft hat. Schwere Lkw müssen die klimaschädlichen Abgase bis zum Jahr 2025 um 15 Prozent gegenüber 2019/20 und bis 2030 um 30 Prozent reduzieren.

Wie wird Wasserstoff hergestellt?

Es gibt zwei Methoden, um den Wasserstoff herzustellen:

  • Der sogenannte grüne Wasserstoff kann lokal an der Tankstelle erzeugt werden, wobei Strom verwendet wird, um Wasser in Wasserstoff umzuwandeln.
  • „Blauer“ Wasserstoff wird aus Erdgas hergestellt. Mittels Kohlenstoffabscheidung lässt sich so ein kohlenstoffneutraler Brennstoff erzeugen.

Mit Material von dpa

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Über den Autor

 Thomas Günnel

Thomas Günnel

Redakteur/Fachjournalist, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE