Suchen

Leichtbau-Gipfel 2015 Das richtige Material an der richtigen Stelle

| Redakteur: Christian Otto

Mit ihrer Keynote eröffnete Rebecca Hitch, Advanced Body Technology Manager bei Jaguar Land Rover Limited (JLR), den diesjährigen Leichtbau-Gipfel in Würzburg. Dabei ging sie auf Herausforderungen und die Ansätze ihres Unternehmens ein, und blickte auf die Erwartungen gegenüber Zulieferern.

Firmen zum Thema

Rebecca Hitch von Jaguar Land Rover startete mit ihrer Keynote sehr gelungen den diesjährigen Leichtbau-Gipfel in Würzburg.
Rebecca Hitch von Jaguar Land Rover startete mit ihrer Keynote sehr gelungen den diesjährigen Leichtbau-Gipfel in Würzburg.
(Foto: Stefan Bausewein)

Hitch wies zu Beginn ihrer Ausführungen auf die alle OEMs betreffenden CO2-Ziele hin, die ein Treiber des Leichtbaus sind. Neben neuen, sparsameren Antriebskonzepten, und der Abschaltung anderer Störeffekte, wie dem Rollwiderstand, sei es gerade das Fahrzeuggewicht, dass bei der CO2-Senkung anzugehen sei.

Bildergalerie

Die Materialwahl ist entscheidend

Der Leichtbau wiederum sei beeinflusst durch Faktoren wie die zunehmenden Sicherheitsvorgaben, aber auch die Kundenwünsche. „Gerade bei Jaguar Land Rover wollen die Kunden eine hohe Qualität beispielsweise im Innenraum“, so die Ingenieurin. Auch das Mehr an Entertainment, dass wiederum vom Kunden gewünscht sei, muss kompensiert werden. Zuletzt komme der Trend zu größeren Fahrzeugen hinzu. Dem Leichtbau-Design bei Fahrzeugen stehe laut Rebecca Hitch aber mit der Elektrifizierung noch eine weitere Herausforderung entgegen. Die dort eingesetzten technischen Lösungen, wie die Batterie-Packs, bringen erneut Gewicht ins Auto. In Anbetracht all dieser Punkte sei die richtige Materialwahl entscheidend.

Aluminium als Teil der JLR-Geschichte

Bei der Materialauswahl stellt Hitch eindeutig fest: „Wir sind ein großer Nutzer von Aluminium.“ Doch dies sei kein neuer Trend, sondern ein schon lange von JLR eingeschlagener Weg. Die Ursprünge fänden sich schon nach dem zweiten Weltkrieg, wo Aluminium aufgrund fehlender anderer Materialien bei den Briten genutzt wurde. Diese Ausrichtung wurde nun ab 2003 wieder verstärkt und auf die Premium-Produkte, wie den Range Rover, ausgerollt. Ab diesem Jahr soll mit dem neuen Jaguar XE im größeren Volumen Aluminium zum Einsatz kommen.

Der Ansatz bei JLR sei dabei viergliedrig. Zum einen spare der Aluminium-Body gegenüber Stahl um die 40 Prozent Gewicht. Weitere Gewichtsreduzierungen beispielsweise beim Motor können hinzukommen. Auch das Vernieten und Kleben des Aluminium bringt in der Produktion Energieeinspareffekte und die Reduzierung von Müll. Dazu sieht Hitch auch in kleineren Motoren eine zusätzliche Kombinationsgröße bei der CO2-Minderung. Die Leichtbau-Spezialistin verwies aber vor allem auf den Aluminium-Recycling-Ansatz von JLR, durch den die Marke den Werkstoff zurückgewinnt.

Messbare Leichtbau-Erfolge

Als erfolgreiches Beispiel diente Hitch der Range Rover, der zum Vorgängermodell durch den Einsatz von Aluminium über 400 Kilogramm einsparen konnte. Dabei kam trotzdem ein Materialmix zum Einsatz, um dem Fahrzeug die nötige Stabilität zu geben. Aber Rebecca Hitch betonte: „ Das richtige Material muss an die richtige Stelle.“ Auch andere Modelle wie der F-Type oder der Evoque tragen erfolgreich Leichtbau-Lösungen in sich. „Mit dem neuen Jagaur XE kommt nun das erste Fahrzeug der D7a-Plattform“, so Hitch. Dort konnte man so den CO2-Ausstoß auf 99 g/km verringern.

Um noch mehr Gewicht einzusparen, müsste man vermehrt auf Carbon zurückgreifen. Doch die Kosten stehen dem noch entgegen und lassen den Einsatz nur in kleinen Umfängen zu. Sparte JLR beim Übergang von Stahl auf Aluminium noch 40 Prozent Gewicht ein und musste dafür mit doppelten Kosten kalkulieren, brächte der Großeinsatz von Carbon eine Verzehnfachung der Kosten bei erneut 30 Prozent weniger Gewicht gegenüber Alu. Deshalb machte Hitch klar: „An diesen Kosten muss man arbeiten.“

(ID:43249454)