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Sicherheit

Dekra veranstaltet ersten Safety Day

| Autor: Thomas Günnel

Die Sachverständigenorganisation Dekra hat am 7. Juli auf dem Lausitzring ihren ersten Safety Day veranstaltet. Im Mittelpunkt im Automobil Test Center in Klettwitz standen dabei Tests aktueller Fahrerassistenzsysteme.

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Die Sachverständigen-Organisation Dekra hat ihren ersten Safety Day veranstaltet. Im Mittelpunkt im Automobil Test Center am Lausitzring standen dabei Tests aktueller Fahrerassistenzsysteme.
Die Sachverständigen-Organisation Dekra hat ihren ersten Safety Day veranstaltet. Im Mittelpunkt im Automobil Test Center am Lausitzring standen dabei Tests aktueller Fahrerassistenzsysteme.
(Foto: Dekra)

Ob Fahrdynamikregelung, Abstandsregeltempomat, Notbremsassistent oder Spurhalteassistent: Alle diese Systeme sollen den Fahrer unterstützen und wenn nötig sein Fehlverhalten korrigieren. Laut aktueller Untersuchungen, ließe sich annähernd jeder zweite Unfall vermeiden oder in seiner Schwere reduzieren, wenn neue elektronische Fahrerassistenzsysteme weiterentwickelt und schnell Serienstandard würden.

Ein Beispiel ist der Notbremsassistent, das „Advanced Emergency Braking System“. Im Ernstfall erkennt er den drohenden Auffahrunfall und leitet die automatische Vollbremsung des Fahrzeugs ein. Laut Walter Niewöhner, Teamleiter der Dekra-Unfallforschung, fährt bei rund einem Viertel aller Auffahrunfälle das auffahrende Fahrzeug ungebremst auf das vordere Auto auf.

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Assistenzsysteme sind unverzichtbar

Welches Potenzial zur Unfallvermeidung Systeme wie Notbremsassistenten tatsächlich bieten können, demonstrierte die Organisation in ihrem Test Center. Simuliert wurde auf der Anlage ein Autobahncrash, bei dem ein Fahrzeug mit einer Geschwindigkeit von 80 Stundenkilometern ungebremst ins Stauende fährt. Im Kontrast dazu wurde gezeigt, wie der Notbremsassistent den Unfall verhindert. Insbesondere im innerstädtischen Verkehr können Notbremsassistenten zudem Menschenleben retten.

„Gerade für den Schutz von Fußgängern sind aktive Sicherheitssysteme sehr bedeutsam, da sie Kollisionen vermeiden können“, betonte Clemens Klinke, Mitglied des Vorstands Dekra SE und Leiter des Geschäftsbereiches Dekra Automotive, und fügte an: „Im Hinblick auf das Fernziel der ‚Vision Zero‘, also null Verkehrstote, sind solche Systeme unverzichtbar und sollten noch eine deutlich höhere Marktdurchdringung erreichen.“

Simulierter Auffahrunfall am Stauende bei 80 km/h

Fußgänger simulieren

Für aktive Systeme zum Fußgängerschutz steht im Automobil Test Center in Klettwitz ein spezieller Prüfstand zur Verfügung. Die im Juli 2013 eröffnete Anlage kann sich bewegende Fußgänger simulieren. Dabei sind unterschiedliche Szenarien möglich – egal in welchem Winkel ein Fußgänger die Fahrbahn quert oder ob er am Fahrbahnrand entlanggeht. Der Prüfstand wurde so konzipiert, dass er die vom Arbeitskreis „vFSS – vorausschauende Frontschutzsysteme“ aufgestellten Anforderungen erfüllt. Unter dem Vorsitz der Dekra arbeiten in diesem Arbeitskreis alle deutschen und einige ausländische Autohersteller sowie die Versicherungswirtschaft zusammen. Das Ziel ist es, die Markteinführung unfallvermeidender Technik voranzubringen.

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Dass dabei nicht ausschließlich die Automobilhersteller gefragt sind, erklärte Niewöhner: „45 Prozent der Unfälle mit Fußgängern passieren bei Dunkelheit, rund 30 Prozent am Tag. Deshalb sind hier nicht nur die Automobilhersteller gefordert, sondern ebenso die Kommunen. Schließlich spielen sowohl die Straßenbeleuchtung als auch unverdeckte Fußgängerwege eine wichtige Rolle.“ Welche drastischen Auswirkungen Unfälle zwischen Pkw und Fußgängern haben, zeigte die Dekra beim Safety Day ebenfalls anhand eines Crashtests mit einem Fußgänger-Dummy.

Simulierte Kollision mit einem Fußgänger-Dummy bei 50 km/h

Doppeltes Jubiläum

Neben dem Thema Sicherheit nahm die Dekra den Safety Day zum Anlass, ihr 90. Gründungsjubiläum zu feiern. Außerdem besteht die Sachverständigenorganisation seit 25 Jahren in den neuen Bundesländern. Unter den Gästen waren Vertreter aus Behörden und der Politik sowie von Polizei, Justiz und Versicherungen. Ministerpräsident Dietmar Woidke sagte: „Dekra gehört nicht nur zum Leben vieler brandenburgischer Autofahrerinnen und Autofahrer. Das Unternehmen ist für Brandenburg mit knapp 800 Beschäftigten ein wichtiger Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor. Und mehr noch: Mit seiner Ansiedlung am Lausitzring hat es zum Strukturwandel in der Region beigetragen. Heute ist Schipkau ein Standort des Motorsports und des automobilnahen Gewerbes.“

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Über den Autor

 Thomas Günnel

Thomas Günnel

Redakteur/Fachjournalist, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE