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Volkswagen Der Golf VII: Der Leichtbau-Ansatz

| Autor / Redakteur: Wolfgang Pester / Thomas Günnel

Mehr Komfort und mehr Sicherheit – und ein neues Design: In den Räumen der Neuen Nationalgalerie in Berlin präsentierte Volkswagen am 4. September in einer Weltpremiere den neuen Golf. Das wichtigste Modell der Marke ist mit seinen technischen Highlights in Konstruktion und Produktion ein „schlanker“ Typ.

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Dr. Martin Winterkorn präsentiert am 4. September 2012 den Golf VII.
Dr. Martin Winterkorn präsentiert am 4. September 2012 den Golf VII.
(Wolfgang Pester)

Gegenüber dem Golf VI speckte das neue Modell bis zu 100 Kilogramm ab. Es tragen dazu bei: Leichtbauteile aus ultrahochfesten Stählen, wie die VW-Ingenieure verraten, ebenso wie ein neues Laserschweißverfahren in „Wobbel-Technik“ und „Kuhflecken“ – computergenerierte Sickenbilder, die dünne Bleche steif und „leise“ machen.

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Im Einzelnen entfallen auf Elektrik minus drei Kilogramm, Sonderausstattungen minus zwölf Kilogramm, Aggregate minus 22 Kilogramm, Fahrwerk minus 26 Kilogramm und auf den Aufbau minus 37 Kilogramm. Gleichzeitig bietet der Golf VII „mehr Komfort und mehr Sicherheit als sein Vorgänger“, sagt VW-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg. Mit den Highlights wollen Hackenberg und die VW-Ingenieure verdeutlichen: „Der Golf VII soll einen großen Sprung machen.“

Gleicher Grundpreis wie beim Vorgänger

Das gilt aber nicht für den Grundpreis, der beim Basis-Golf 1.2 TSI Trendline (63 kW/85 PS) 16.975 Euro beträgt. Das ist zwar genau so viel wie der alte Golf 1.4, doch der hatte lediglich 59 kW/79 PS. Auch gehören jetzt zur Grundausstattung eines jeden neuen Golf unter anderem sieben Airbags, ein Antischleudersystem sowie die neue Multikollisionsbremse, eine elektronische Parkbremse mit Auto-Hold-Funktion, eine Quer-Differenzialsperre und ein Start-Stopp-System.

„Wohl gilt der große Sprung für Sicherheit, Komfort und Produktion“, sagt Hubert Waltl, Markenvorstand für Produktion und Logistik. „Analog zum modularen Querbaukasten, MQB, haben wir in der Fahrzeugfertigung einen modularen Produktionsbaukasten, MPB, entwickelt, der weltweit eingesetzt wird. Deshalb können wir heute deutlich schneller den Produktionsanlauf hochfahren als früher.“

Die Reduktion von 100 Kilogramm beim neuen Golf 1.4 TSI (103 kW/140 PS) bedeutet: Obwohl 15 Kilowatt Leistung weniger gegenüber seinem Vorläufer mit 1.4-TSI-Motor und 118 kW /160 PS zur Verfügung stehen, sind seine Fahrleistung laut VW gleich. Darüber hinaus soll der Benzinmotor mit Zylinderabschaltung 4,8 Liter je 100 Kilometer (112 g CO2/km) verbrauchen – deutlich weniger als der Golf VI mit 6,3 Litern (145 g CO2/ km). Auch der Einstiegsdiesel 1.6 TDI (77 kW/105 PS) unterbietet mit 3,8 Litern je 100 Kilometer (99 g CO2/km) den gleichmotorisierten Vorgänger deutlich, der im EU-Normzyklus „kombiniert“ 4.5 Liter je 100 Kilometer konsumiert.

Karosserie: 37 Kilogramm Ersparnis

Das größte „Pfund“, das abgeschmolzen wurde, lag mit 37 Kilogramm im Aufbau und dort in der Karosserie. Ihr Gewicht wurde gegenüber dem Golf VI mit neuer Fertigungstechnik sowie ultrahochfester und warm umgeformten Bauteile um 8,6 Prozent auf 245 Kilogramm gesenkt. Zu diesen 23 Kilogramm der Rohkarosserie kommen noch die gesparten Kilogramm von Vorder- und Hintersitzen, Klimaanlage und Instrumententafel einschließlich Modulquerträger beziehungsweise Sonstiges (7,0; 2,7; 1,8 beziehungsweise 2,5 Kilogramm). Was der Leichtbau auch verdeutlicht: „Kein anderer Autohersteller weltweit hat so viel Know-how in Warmumformung ultrahochfester Stähle aufgebaut wie Volkswagen“, sagt Markus Kleimann, Leiter der Karosserieentwicklung. „Wir sparen mit neuen Lösungen und Patenten Material und Gewicht.“

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