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Alternative Antriebe Der Radnabenantrieb eWheel Drive

| Redakteur: Claus-Peter Köth

Hochintegrierte Radnabenmotoren sind für Schaeffler ein Schlüssel für neue Fahrzeugkonzepte und Automobilplattformen. Sie ermöglichen das Stadtauto neu und völlig frei zu denken. In Kooperation mit Ford stellte der Zulieferer jüngst den Fiesta eWheel Drive vor.

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Schaeffler und Ford wollen den Antrieb von Elektrofahrzeugen vollständig in die Räder verlegen. Beide Unternehmen stellten auf dem „auto, motor und sport“-Kongress ihr so genanntes Ideenauto mit dem Radnabenantrieb „E-Wheel Drive“ vor.
Schaeffler und Ford wollen den Antrieb von Elektrofahrzeugen vollständig in die Räder verlegen. Beide Unternehmen stellten auf dem „auto, motor und sport“-Kongress ihr so genanntes Ideenauto mit dem Radnabenantrieb „E-Wheel Drive“ vor.
(Foto: Schaeffler)

Bei einer Fahrveranstaltung auf dem Testgelände von Ford im belgischen Lommel zeigten Schaeffler und Ford Ende April 2013 das Entwicklungsfahrzeug Fiesta eWheel Drive. Angetrieben wird der Kleinwagen mittels zweier, in den hinteren Radhäusern verbauten „Schaeffler E-Wheel Drive“. Dabei handelt es sich um hochintegrierte Radnabenantriebe, bei denen sämtliche für Antrieb, Verzögerung und Fahrsicherheit notwendigen Bauelemente Platz innerhalb der Felge finden: Elektromotor, Leistungselektronik und Controller, Bremse sowie Kühlung.

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Bis zu 40 kW pro Antrieb

Die technischen Eckdaten liegen bei bis zu 40 kW pro Antrieb, beziehungsweise einer Dauerleistung von zwei Mal 33 kW. Das entspricht in traditioneller Lesart bis zu 110, beziehungsweise 90 PS. Dabei liefert der flüssigkeitsgekühlte Radnabenantrieb der zweiten Entwicklungsstufe (Beta) ein Drehmoment von bis zu 700 Newtonmeter, das bereits aus dem Stand heraus verfügbar ist. Die elektrische Spannung des Hochvoltantriebs beträgt 360 bis 420 Volt. Damit verfügt der aktuelle Radnabenantrieb E-Wheel Drive Beta über ein Drittel mehr Leistung und ein um 75 Prozent höheres Drehmoment als der Radnabenmotor der ersten Generation (Alpha), der im Jahr 2010 im Ideenfahrzeug Schaeffler Hybrid auf Basis eines Opel Corsa gezeigt wurde.

Mehrgewicht am Rad, aber leichteres Gesamtfahrzeug

Mit insgesamt 53 Kilogramm beträgt das Mehrgewicht des Radnabenantriebs gegenüber einem herkömmlichen Rad mit Radlager und Bremse 45 Kilogramm. Das Bauvolumen von 16 Litern kommt in einer 16-Zoll-Felge unter. Bei den Radnabenmotoren der ersten Generation Alpha war die Leistungselektronik noch im Fahrzeug verbaut. Der neue Antrieb wiegt demgegenüber sechs Kilogramm mehr. „Insgesamt konnten wir das Fahrzeuggewicht aber noch einmal senken, da wir neben der Flüssigkeitskühlung auch die Leistungselektronik und Controller im Rad platziert haben und eine umfangreiche Verkabelung im Fahrzeug entfällt“, erklärt Dr. Raphael Fischer, Leiter Produktgruppe Radnabenantriebe im Schaeffler Systemhaus Elektromobilität. „Das B-Segment-Fahrzeug dient als Erprobungsträger. Vollends ihre Stärken können Radnabenantriebe indes erst in neuen Fahrzeugkonzepten ausspielen“, sagt Prof. Peter Gutzmer, Mitglied des Vorstands der Schaeffler AG, verantwortlich für Forschung und Entwicklung.

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