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Leichtbau-Gipfel 2016 „Die Komplexität der Schlösser massiv senken“

| Redakteur: Wolfgang Sievernich

Der Automobilzulieferer Brose reduziert Gewicht und Bauraum bei Schließsystemen und experimentiert in der Vorentwicklung mit neuen Materialien. Der Leiter der Vorentwicklung Markus Kothe erklärt die großen Potenziale durch frühe konstruktive Veränderungen.

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Markus Kothe von Brose stellt den Leichtbau bei modernen Schließsystemen vor.
Markus Kothe von Brose stellt den Leichtbau bei modernen Schließsystemen vor.
(Foto: Stefan Bausewein)

Leichtbau findet mittlerweile nicht nur im Großen und Ganzen, sondern auch im Detail statt. Auf dem Leichtbau-Gipfel 2016 stellte Markus Kothe vom Automobilzulieferer Brose das Potenzial vor an Türen- und Klappenschlössern nicht nur Gewicht, sondern auch Bauraum zu sparen – und das alles zu vertretbaren Konditionen.

Materialien ersetzen

In seinem Vortrag mit dem Thema „Intelligente Konzepte statt teurer Materialien“ erklärte Kothe, dass heute bereits früh konstruktive Veränderungen notwendig sind um Schließsysteme Leichtbaugerecht zu entwickeln. Das Unternehmen besitzt bereits eine über einhundertjährige Historie in der Entwicklung und Fertigung von Fahrzeugschlössern. Dem Gewicht und Bauraum der Schließsysteme kommt in Zeiten der CO2-Reduktion der gleiche Anteil am Leichtbau zu, wie der Karosserie oder dem Chassis. Heute wiegen einfache Schließsysteme der Fahrertür rund 1.500 Gramm, Systeme mit Motoren für die Zentralverriegelung 2.400 Gramm. Mit Zuziehhilfen, Kindersicherung und den vollen Komfortfunktionen sind es bereits schnell bis zu 4.300 Gramm – pro Schloss versteht sich. „Zunehmender Komfort erfordert zunehmendes Gewicht“ erklärt Kothe. Für den Leiter der Vorentwicklung bei Brose genug Argumente um Schließsysteme leichter und kleiner zu konstruieren. Die Lösungen sehen nicht nur Änderungen in den verwendeten Materialien vor: Kunststoffe statt Stahlblech; sondern auch Aktuatoren statt mehrerer Motoren bei Komfortschlössern.

Querdenker in der Konstruktion gefragt

„Wir haben massiv die Komplexität der Schlösser gesenkt“ sagt Markus Kothe. Wiegt ein herkömmliches Serienschloss mit Zentralverriegelung heute 675 Gramm, so lässt sich mit einer veränderten Federkupplung und Materialreduktion leicht pro Wagensatz ein Kilogramm Gewicht sparen. Die Reduktion zeigt nicht nur direkt auf der Waage Vorteile, sondern auch in der Fertigung, konnte Brose mit weniger Bauteilen beispielsweise auch die Werkzeugkosten senken. Moderne Schließsysteme sparen heute bis zu 58 Prozent Gewicht ein und sorgen so für den Leichtbau im Detail. „Querdenker“ seien gefragt, die in der Vorentwicklung auch konstruktiv neu planen könnten und dadurch dem Leichtbau an der richtigen Stelle weiteres Potenzial ermöglichen.

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