Digital Charging Solutions „Die Ladeinfrastruktur muss weiter gefördert werden“

Autor: Thomas Günnel

Jörg Reimann leitet die Digital Charging Solutions, die hinter Charge Now steht. Wie muss sich aus seiner Sicht die Ladeinfrastruktur in Deutschland entwickeln; und wie kommen Nutzer schon heute an grünen Strom?

Jörg Reimann, CEO Digital Charging Solutions.
Jörg Reimann, CEO Digital Charging Solutions.
(Bild: Lotte Ostermann/Digital Charging Solutions)

Herr Reimann, aktuell gibt es laut des BMVI rund 41.000 öffentliche Ladestationen in Deutschland. Wie bewerten Sie diese Zahl, wie muss es weitergehen?

Diese Zahl ist ein großartiger Erfolg, und allein die Summe zeigt, dass wir hinsichtlich der Ladeinfrastruktur heute schon gut aufgestellt sind. Aber natürlich gibt es an dieser Stelle auch immer noch Optimierungs­potenzial. Wichtig ist jetzt, dass mit Regierungsförderung übergreifend eine flächendeckende Verfügbarkeit der Kombination aus Public, Home und Workplace Charging geschaffen wird, damit die Nutzer einfach laden können. Und nicht nur die Anzahl der Ladepunkte allein ist dafür entscheidend. Auch die Datenqualität der jeweiligen Ladepunkte sowie Dienste, die das Finden und Nutzen einfach machen, sind relevant. Insgesamt sind der Ausbau der Ladeinfrastruktur und das Streben nach Klimaneutralität herausfordernd. Das funktioniert nur gemeinsam. So setzen auch Mineralöl­unternehmen wie BP als wichtige Akteure im Mobilitätssektor zunehmend auf Elektromobilität.

Für bestimmte Zwecke kann sich induktives Laden langfristig zu einer sinnvollen Alternative entwickeln.

Jörg Reimann

Wie lassen sich überhaupt realistisch genügend Ladesäulen in überschaubarer Zeit errichten? Brauchen wir mehr Zusammenarbeit zwischen Industrie und den Kommunen? Stichwort: Lademöglichkeiten an Straßenlaternen.

Die Mobilitätswende gelingt nicht von heute auf morgen, sondern schrittweise. Mit wachsender Modellauswahl und Förderung erreichen wir sukzessive einen Umstieg – zunächst bei Flotten als Volumenmarkt und parallel auch bei den Endkunden. Für den Ausbau der Ladeinfrastruktur sind weiterhin vielfältige Förderprogramme vonnöten. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Infrastrukturbetreibern, Bund und Kommunen halte ich dabei für sehr sinnvoll. Nur so lassen sich Bedarf und Förderung auf­einander abstimmen. Wir kooperieren zum Beispiel bereits für unseren Flottendienst Charge Now for Business mit Firmenkunden wie Siemens, um neben Public Charging auch Konzepte für Workplace Charging anzubieten. Das ist ein zentraler Treiber, damit sich die Elektromobilität langfristig durchsetzt.

Über den Autor

 Thomas Günnel

Thomas Günnel

Fachjournalist, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE