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Die neue 911er Leichtbau-Karosserie

| Autor/ Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Lorenz P. Heinisch, Porsche-Karosserieentwicklung / Michael Ziegler

Mit dem neuen 911 Carrera läutet Porsche eine Trendwende dieser Baureihe ein: Erstmals ist eine Fahrzeuggeneration trotz gestiegener Produktsubstanz leichter als der Vorgänger. Möglich macht das vor allem die Karosserie in Aluminium-Stahl-Mischbauweise.

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Der Rohbau des neuen Porsche 911 Carrera ist durch Aluminium-Stahl-Hybridbauweise um 48 Kilogramm leichter als beim Vorgängermodell.
Der Rohbau des neuen Porsche 911 Carrera ist durch Aluminium-Stahl-Hybridbauweise um 48 Kilogramm leichter als beim Vorgängermodell.
(Porsche)

Mit dem Debüt der neuen 911-Carrera-Generation gingen grundlegende technische Neuerungen im Karosserie-Rohbau einher: Nie zuvor waren in den Lastenheften der Baureihe die Gewichtsziele für das Gesamtfahrzeug so ehrgeizig gesteckt, und nie zuvor wurde deren Umsetzung so stringent verfolgt. Den größten Beitrag dazu leistete die Rohkarosserie.

Die Entscheidung, den Rohbau des neuen Porsche 911 Carrera zu großen Teilen aus Aluminium zu fertigen, fiel im März 2007. Die Vorentwicklung im Entwicklungszentrum Weissach war bereits seit Längerem auf diesem Gebiet tätig. Sie untersuchte bereits seit 2002 intensiv eine Aluminium-Stahl-Mischbauweise und hatte 2005 mehrere Prototypen auf Basis des Vorgängermodells zu Erprobungszwecken aufgebaut. Diese beinhalteten bereits weitgehend das jetzt umgesetzte Materialkonzept.

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Vier wesentliche Gewichtshypotheken

Die in den Lastenheften vorgegebene Gewichtsreduzierung des Gesamtfahrzeugs beginnt in der Regel zum Start der Serienentwicklung mit der Bilanz der sogenannten Gewichtshypotheken. Damit bezeichnet man die theoretischen Gewichtszuwächse, die beim Nachfolgemodell zwangsläufig durch technische Produktaufwertungen entstehen. Für den neuen 911 Carrera wurden vier wesentliche Blöcke von Gewichtshypotheken ermittelt und quantifiziert: erhöhte Sicherheitsanforderungen, verbesserte Produktsubstanz, deutliche Radstandsverlängerung um 100 Millimeter sowie antriebsseitige Maßnahmen zur Verbrauchsreduzierung. Ausgehend vom Gewicht der Vorgängergeneration stieg dadurch das theoretische Gewicht für einen Nachfolger gleicher Bauweise um über 58 Kilogramm.

Diese Gewichtshypothek war der Ausgangspunkt beim Start der Leichtbauoffensive, in deren Zentrum der Karosseriebereich lag. Die komplett neue Aluminium-Stahl-Hybridbauweise im Rohbau senkte das Gewicht gegenüber dem Vorgängermodell um 48 Kilogramm. Dazu kommen die Türen mit einem Rohbau aus Aluminium, die gegenüber der bisherigen Stahlausführung um 14,5 Kilogramm leichter sind. Bei Interieurkomponenten sowie weiteren Einzelpositionen konnten weitere 17,5 Kilogramm eingespart werden. Insgesamt wiegt die Karosserie damit rund 80 Kilogramm weniger als das Vorgängermodell.

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