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Die neue 911er Leichtbau-Karosserie

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Antrieb, Fahrwerk und Elektrik

Auch die Bereiche Antrieb, Fahrwerk und Elektrik trugen zur Gewichtseinsparung bei, und zwar um weitere 17,5 Kilogramm. Insgesamt konnte somit – ausgehend vom theoretischen Gesamtgewicht nach bisheriger Bauweise einschließlich der Gewichtshypotheken – das Gewicht des Gesamtfahrzeugs um 98 Kilogramm reduziert werden. Das entspricht einer Gewichtserleichterung von 40 Kilogramm im direkten Vergleich von zwei Generationen des 911 Carrera S mit Doppelkupplungsgetriebe.

Umkehr der Gewichtsspirale – erstmals wiegt der Elfer-Rohbau weniger als der des Vorgängers. Außerdem ist das Cabrio (bezüglich des Gerippegewichts) leichter als das Coupé.
Umkehr der Gewichtsspirale – erstmals wiegt der Elfer-Rohbau weniger als der des Vorgängers. Außerdem ist das Cabrio (bezüglich des Gerippegewichts) leichter als das Coupé.
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Schon vor der Lastenhefterstellung für den 911 wurde klar: Die ehrgeizig angesetzten Gewichtsziele wären nicht mehr über ein weiteres Vorantreiben des Stahlleichtbaus im Rohbau realisierbar gewesen. Vor diesem Hintergrund entstand die ausgeprägte Aluminium-Stahl-Mischbauweise als Rohbaukonzept für das neue Kernmodell. Sie folgt dem zentralen Entwicklungsauftrag: „Der geeignete Werkstoff, beanspruchungs- und funktionsgerecht an der richtigen Stelle des Rohbaus eingesetzt.“

Rohbauplattform fast vollständig aus Aluminium

Die Rohbauplattform besteht nahezu vollständig aus Aluminium. Aus diesem Material sind Pressteile, mehrere Druckgussbauteile, Strangpressprofile sowie unter Innenhochdruck umgeformte Bauteile gefertigt. Ein besonders gutes Beispiel für eine stark gewichtserleichterte sowie hochgradig Bauteil-integrierende Konstruktion ist der hintere Längsträger. Beim Vorgängermodell war die Konstruktion aus Stahl mit 14 Bauteilen je Fahrzeugseite. Bei der neuen Generation wurde diese weitgehend durch ein Großgussbauteil aus Aluminiumdruckguss ersetzt. Die Baugruppe besteht aktuell nur noch aus drei Bauteilen pro Fahrzeugseite. Alle Aufnahmepunkte der Hinterachsanbindung befinden sich nun toleranzreduziert auf einem Bauteil. Die lokalen Eingangssteifigkeiten wurden erhöht und das Gewicht dieser Baugruppe um 5,9 Kilogramm reduziert.

In die Stirnwand ist der bereits konzeptionell aus dem Vorgängermodell bekannte Rohrverbund aus ultrahochfesten borlegierten Stahlrohren integriert. Die Rohbau-Anbauteile – Türen, Deckel vorne und hinten sowie Kotflügel – bestehen grundsätzlich aus Aluminium. Eine Ausnahme bildet der Verdeckkastendeckel der Cabriolet-Variante. Die Seitenwandstruktur ist als Stahlbaugruppe erhalten geblieben, wobei auch hier das Gewicht gegenüber dem Vorgängermodell sank, insbesondere durch den deutlich verstärkten Einsatz ultrahochfester pressgehärteter Bauteile.

Grundwerkstoff Stahl in der Seitenwand

Die Entscheidung, den Grundwerkstoff Stahl in der Seitenwand beizubehalten, beruht im Wesentlichen auf zwei Sachverhalten: Zum einen sollte die Einteiligkeit des Seitenteiles außen, analog dem Vorgängermodell, auch bei nochmals gestiegener Styling-Komplexität mit ihren bewährten Vorteilen erhalten bleiben. Das wäre in einer Aluminiumausführung nicht möglich gewesen. Zum anderen bestand die produktionstechnische Restriktion, dass die auslaufenden Vorgängermodelle mit dem neuen Rohbau längere Zeit über eine gemeinsame Geometrielinie laufen mussten. In diese konnte gemäß Produktionslastenheft keine weitere Fügetechnik, neben dem nur für Stahlbleche geeigneten Widerstandspunktschweißen sowie Schmelzschweißverfahren, integriert werden.

Ultrahochfeste pressgehärtete (22MnB5) Bauteile finden sich – bezogen auf das Rohbaugewicht zu einem Anteil von 16 Prozent – im 911 Carrera Coupé im Wesentlichen in Bereichen, die die Fahrgastzelle umschließen. Das sind die B-Säulen innen und außen, der Dachrahmen sowie die A-Säulen innen. Im Cabriolet steigt der Anteil auf 20 Prozent. Bei der offenen Karosserie bestehen abweichend vom Coupé auch die Schwellerverstärkungen, Teile der Scharniersäule sowie die sogenannten Schachtverstärkungen aus diesem Werkstoff. Eingesetzt werden sowohl im direkten als auch im indirekten Verfahren hergestellte pressgehärtete Bauteile.

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