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Freudenberg Sealing Technologies Die Vision der reibungsfreien Dichtung

| Redakteur: Claus-Peter Köth

„LESS is more – weniger ist mehr“– unter diesem Motto setzt die Freudenberg Sealing Technologies einen starken Impuls für umwelt- und ressourcenschonende Mobilität. LESS steht für „Low Emission Sealing Solutions“. „Den Nährboden für Innovationen bildet dabei unsere Werkstoffkompetenz“, sagt Claus Möhlenkamp, Sprecher der Geschäftsleitung.

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Mit der LESS-Initiative will Freudenberg Sealing Technologies unter anderem die Reibungsverluste in der klassischen Antriebstechnik reduzieren.
Mit der LESS-Initiative will Freudenberg Sealing Technologies unter anderem die Reibungsverluste in der klassischen Antriebstechnik reduzieren.
(Foto: Freudenberg Sealing Technologies)

„In unserer Dichtungstechnik schlummern erhebliche Potenziale, um beispielsweise wertvolle Beiträge für eine nachhaltige Mobilität zu leisten. Wir haben sie unter dem Begriff „Low Emission Sealing Solutions“, kurz LESS, zusammengefasst“, erläuterte Claus Möhlenkamp, Sprecher der Geschäftsleitung von Freudenberg Sealing Technologies, anlässlich eines Pressegesprächs in Weinheim. In der klassischen Antriebstechnik etwa beinhaltet LESS Produktinnovationen, die Reibungsverluste senken, den Verbrennungsprozess optimieren, moderne Downsizing-Konzepte und Start-Stopp-Systeme unterstützen sowie Gewichtsreduzierungen ermöglichen. „Schon heute bieten wir darüber hinaus ausgereifte Werkstoff- und Dichtungskonzepte für alternative Kraftstoffe und Antriebe. Und für die Brennstoffzellen-Technologie haben wir bereits vor Jahren ein eigenes Unternehmen gegründet“, sagte Möhlenkamp.

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Angesprochen auf die Wachstumsstrategie, verwies Möhlenkamp auf die gute Ausgangsposition über die man als globaler Markt- und Technologieführer im Dichtungsgeschäft verfüge. „Wir sind in allen wesentlichen Leitindustrien aktiv. Ausgehend von den Megatrends, haben wir Märkte und Marktsegmente definiert, in denen wir wachsen wollen: Das Automobilgeschäft bleibt wichtig für uns, andere Marktsegmente wie Chemie, Pharma oder Energie treten künftig verstärkt hinzu. Parallel dazu verfolgen wir eine regionale Wachstumsstrategie, in deren Mittelpunkt die BRIC-Staaten stehen. Drittens wollen wir unser Technologieportfolio ausbauen – organisch sowie durch Akquisitionen“, bekräftigte Möhlenkamp. Im vergangenen Jahr sei man zum Beispiel ein Joint Venture mit der Schneegans-Gruppe eingegangen – eine Investition in die Mehrkomponentenspritzguss-Produktion und in zukunftsweisende Kunststoffprodukte insbesondere für die Automobilindustrie.

Insgesamt erzielte die Freudenberg-Gruppe im Jahr 2012 mit mehr als 37.000 Mitarbeitern einen Gesamtumsatz von rund 6,3 Milliarden Euro. Die Freudenberg Sealing Technologies (FST) gehört dabei zum Geschäftsfeld Dichtungs- und Schwingungstechnik, das mit 3,68 Milliarden Euro den größten Beitrag leistet. Die FST selbst sieht sich als Zulieferer, Entwicklungs- und Servicepartner für produzierende Unternehmen. Auf die Automobilindustrie entfallen dabei etwa 55 Prozent des Gesamtumsatzes von 1,7 Milliarden Euro; die Aktivitäten in Japan, China und Indien mit dem Partner NOK nicht eingerechnet. Aktuell stärkt FST seine Präsenz in Brasilien sowie in der Türkei, dem geostrategischen Tor in Richtung Mittlerer Osten und Afrika.

90 Prozent weniger Reibungsverluste

„Dichtungen müssen heute möglichst effizient und zuverlässig arbeiten, dabei aber so wenig Reibungen wie möglich erzeugen“, ergänzte Torsten Maschke, President Automotive Sales and Marketing bei Freudenberg Sealing Technologies. Das umfangreiche Produktportfolio von Freudenberg biete dabei für alle Anforderungen die passende Lösung. „Aus der Werkstoffkompetenz und Innovationskraft unserer Forschung schaffen wir Produkte, die helfen, Emissionen zu reduzieren, Ressourcen zu schonen sowie neue Technologien einzuführen. Damit unterstützen wir die Automobilindustrie aktiv bei der Erreichung ihrer Entwicklungsziele und der Absicherung künftiger Absatzmärkte. Denn nachhaltiges Wachstum erreichen wir nur, wenn wir uns auf das ‚Weniger‘ konzentrieren“, so Maschke.

Vorgestellt wurden unter anderem der Energy Saving Seal (ESS) für Kurbelwelle, Nockenwelle oder Getriebewellen. Er kombiniert den robusten Dichtmechanismus einer PTFE-Manschette mit den reibungsreduzierten Vorzügen einer Elastomerdichtung. Der Reibungsgrad ist 40 Prozent niedriger als bei einer herkömmlichen PTFE-Lippe. Einen Schritt weiter geht die CASCO-Kassettendichtung für Nutzfahrzeuge. Sie nutzt das energiesparende Prinzip der ESS-Dichtlippe, ist aber in eine Kassettendichtung integriert. In einem Extremtest über 1,6 Millionen Kilometer konnte Freudenberg nachweisen, dass die um 60 Prozent reduzierte Reibung den Verbrauch senkt und die Ölkohlebildung verringert.

Der Vision der reibungsfreien Dichtung sehr nahe kommt die gasgeschmierte Gleitringdichtung „Levitex“. Der Gleitring läuft im Zusammenspiel mit seinem Gegenring auf einem Luftpolster und verursacht so 90 Prozent weniger Reibungsverluste als ein konventioneller Kurbelwellendichtring. „Dadurch können wir die CO2-Emissionen im Fahrbetrieb zwischen 0,5 Gramm und 1 Gramm CO2 pro Kilometer“, behauptete Maschke. Doch das sei nicht der einzige Vorteil: Aufgrund des geringeren Verschleißes ließen sich auch höhere Standzeiten realisieren.

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