Suchen

Rückruf

Diese Diesel-Baureihen muss Daimler in die Werkstätten holen

| Autor/ Redakteur: dpa / Jens Scheiner

Das Kraftfahrt-Bundesamt macht den angekündigten Massenrückruf für diverse Mercedes-Baureihen nun offiziell. Europaweit müssen rund 690.000 Diesel-Modelle in die Werkstatt.

Firmen zum Thema

Teil des Rückrufs ist der V6 Dieselmotor OM 642 der unter anderem in den Modellen Vito, ML, GLE, GL und GLS zum Einsatz kommt.
Teil des Rückrufs ist der V6 Dieselmotor OM 642 der unter anderem in den Modellen Vito, ML, GLE, GL und GLS zum Einsatz kommt.
(Bild: Daimler)

Der Autobauer Daimler muss bei dem schon angekündigten Rückruf wegen unzulässiger Abschalteinrichtungen bei der Abgasreinigung europaweit 690.000 Diesel in die Werkstätten holen. Darunter sind rund 280.000 Fahrzeuge in Deutschland betroffen, wie das Bundesverkehrsministerium am Montag auf Anfrage in Berlin bestätigte.

Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte den Rückruf Mitte Juni nach einem Treffen mit Konzernchef Dieter Zetsche angekündigt. Damals war zunächst von insgesamt 774.000 Fahrzeugen die Rede, darunter 238.000 in Deutschland. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat demnach nun bereits mit der Prüfung neuer Abgas-Software begonnen. Zuerst hatte das Magazin „Der Spiegel“ über die Anordnung berichtet. Auf Nachfrage von unserem Schwestermagazin »kfz-betrieb« teilte das KBA mit, dass folgende Baureihen von dem Rückruf betroffen sind:

Bildergalerie

Bildergalerie mit 13 Bildern

Der Hersteller selbst hält sich mit Informationen noch etwas zurück. Laut Daimler seien nur bestimmte Produktionszeiträume vom Rückruf betroffen. Welche genau das sind, wollte der Hersteller auf Nachfrage unseres Schwestermagazins »kfz-betrieb« nicht mitteilen. Auch das KBA macht dazu keine näheren Angaben. Bislang existiert auf der Mercedes-Homepage nur eine grobe Auflistung der betroffenen Motoren und Modelle, auf die sich der Rückruf „überwiegend“ erstreckt.

  • Vito mit 1,6l Diesel (Motor OM 622)
  • ML,GLE,GL,GLS mit 3,0l Diesel (Motor OM 642)
  • C-Klasse 1,6l Diesel (Motor OM 626)
  • V-Klasse 2,2l Diesel (Motor OM 651)
  • GLC 2,2l Diesel (Motor OM 651)

Daneben seien „weitere einzelne Modellvarianten im Umfang des Rückrufes“, teilte Mercedes mit. Bei allen betroffenen Autos soll es sich ausschließlich um Fahrzeuge mit der Abgasnorm Euro-6b handeln und um Modelle „deren Produktion spätestens Ende Mai 2018 – und überwiegend schon deutlich eher – ausgelaufen“ ist. Ein Sprecher wies weiter darauf hin, dass sich alleine von der Modell- und Motorenbezeichnung sich nicht zweifelsfrei klären ließe, ob das jeweilige Fahrzeug Teil der Aktion ist.

Um das klären zu können, will Daimler „zeitnah ein Online-Tool anbieten“, mit dem sich überprüfen lässt, ob ein Fahrzeug Teil des Rückrufs sein wird. Im Rahmen dessen soll eine neue Software für die Motorsteuerung aufgespielt werden, was bis zu einer Stunde in Anspruch nehmen kann. Bis das KBA allerdings die Freigabe für die Updates erteilt, können laut Daimler noch einige Monate verstreichen.

Daimler legt Widerspruch ein

Der Hersteller betonte, dass er mit den Behörden kooperiere. Wie zuvor schon beim Kleintransporter Vito legt Daimler aber auch gegen den neuen Bescheid Widerspruch ein. Der Konzern hält die beanstandeten Funktionen nicht für illegal und will deshalb eine rechtliche Klärung.

Das Ministerium erläuterte, durch die eingebauten Einrichtungen könne es im Betrieb der Fahrzeuge zu erhöhten Stickoxid-Emissionen kommen. Der zunächst nur den Vito betreffende Rückruf wurde bereits am 3. August auf die anderen Fahrzeuge ausgedehnt, wie es hieß.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 45459672)