Entwicklung

Digitaler Zwilling: verkanntes Potenzial

| Autor / Redakteur: Sven Prawitz / Thomas Günnel

Der digitale Zwilling kommt noch zu selten zum Einsatz – obwohl Softwarehersteller große Potenziale in der Technik sehen.
Der digitale Zwilling kommt noch zu selten zum Einsatz – obwohl Softwarehersteller große Potenziale in der Technik sehen. (Bild: Cenit)

Der digitale Zwilling als virtuelles Abbild soll die Projektlaufzeit bei Produktionsanlagen deutlich verkürzen können. In der Realität wird dieses Werkzeug jedoch noch nicht flächendeckend eingesetzt – trotz der großen Potenziale, die die Softwarehersteller nennen.

Mit den Schlagworten „Time to market“ versuchen viele Geschäftsführer und das Top-Management, ihre Mitarbeiter zu mehr Geschwindigkeit in der Produkt- und Prozessentwicklung anzutreiben. Für Ingenieure, Entwickler und Einkäufer heißt das in der Umsetzung oft, mit unvollständigen Zeichnungen in die Beschaffung gehen zu müssen. Da sind Greifflächen an den Komponenten und Bauteilen noch nicht definiert. Die Verpackung, mit der das Material angeliefert werden soll, wurde noch nicht ausgewählt und so weiter. Bei hochautomatisierten und verketteten Montageanlagen sind das wichtige Merkmale, die in der Konstruktion der Produktionsmittel berücksichtigt werden müssen.

Das führt in der Konstruktionsphase zu erhöhtem Diskussionsbedarf mit den Konstrukteuren und Programmierern des Anlagenbauers – und zu ersten Verzögerungen im Terminplan. Diese ziehen sich oft durch bis zur Inbetriebnahme. Dann werden die SPS- und Roboterprogramme erstmals getestet. Je nach Komplexität der Anlagen kommen hier noch weitere Unsicherheiten hinzu.

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