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Produktion Dürr errichtet Lackieranlage für Audi in Mexiko

Redakteur: Thomas Günnel

Der Anlagenbauer Dürr errichtet in San Jose Chiapa eine der nach eigenen Angaben umweltfreundlichsten Lackierereien der Welt. Auftraggeber ist am Audi – am Standort soll ab dem Jahr 2016 der Q5 vom Band rollen.

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Der EcoDryScrubber: Die Lackierkabine lässt sich mit bis zu 90 Prozent Umluft betreiben.
Der EcoDryScrubber: Die Lackierkabine lässt sich mit bis zu 90 Prozent Umluft betreiben.
(Grafik: Dürr)

Bereits im Dezember 2013 unterzeichneten beide Unternehmen den Auftrag für die Lackierlinie. Ab April 2016 will der Ingolstädter Automobilhersteller in San Chose Chiapa Q5-Modelle produzieren. Die geplante Kapazität liegt im ersten Schritt bei 30 Fahrzeugen pro Stunde, laut Dürr ist eine Verdoppelung der Kapazität im Nachgang möglich.

Anlage mit insgesamt 70 Robotern

In Vorbehandlung und KTL kommt das Rotationstauchverfahren Ecopaint RoDip zum Einsatz. Auf Grund der vollständigen Drehung der Karosse im Becken kommt das Verfahren ohne Ein- und Auslaufschrägen aus. Die Tauchbecken lassen sich so entsprechend kürzer auslegen, was den Wasser -, Chemikalien- und Energiebedarf reduziert. Ein optimierter Eintauch-, Flut- und Abtropfprozess biete laut Dürr zudem den bestmöglichen Korrosionsschutz. In der Lackierlinie bringen zehn Roboter des Typs EcoRS16 den Unterbodenschutz und die Nahtabdichtung auf. Weitere 36 EcoRP L133 übernehmen die vollautomatische Innen- und Außenlackierung in der Füller- und Decklacklinie. Sie sind zusätzlich bestückt mit Hochrotationszerstäubern EcoBell3. Mit diesem Zerstäuber und dem Farbwechsler EcoLCC2 im Basislack sind Farbwechsel im Push-Out-Verfahren laut Hersteller in bis zu zehn Sekunden möglich. Beim Push-Out-Verfahren wird das Farbventil schon vor Lackierende geschlossen und das noch im Farbschlauch vorhandene Lackmaterial mit einem Spülmedium zum Zerstäuber gedrückt. Farbverluste beim Wechsel der Lackfarben liegen so laut Hersteller zwischen zehn und 15 ml. Bei der Farbversorgung setzt Audi für Standardfarben auf die bewährte Umlauftechnik, während Sonderfarben mit dem molchbaren Sonderfarbsystem EcoSupply P gefördert werden. Die Molchtechnik (Molch = Passkörper) verschiebt die Farbe rückstandslos innerhalb der Molchschläuche. Neben den Lackierrobotern kommen weitere 24 Handlingsroboter zum Einsatz. Diese halten während der Innenlackierung Türen und Hauben geöffnet.

Deutlich geringere Emissionswerte

Der Overspray schließlich bindet das Lackierkabinensystem EcoDryScrubber. Diese Trockenabscheidung des Lacknebels verzichtet komplett auf Wasser und Chemikalien. So ist es möglich, die Lackierkabine mit bis zu 90 Prozent Umluft zu betreiben. Wegen des reduzierten Aufwands für die Luftkonditionierung spart das System laut Dürr bis zu 60 Prozent der Energie in der Lackierkabine. Die Durchlauftrockner sind für komplexe Karosseriestrukturen mit erheblichen Aluminiumanteilen konzipiert und für niedrige Abgastemperaturen ausgelegt. Die Abluftströme aller Trockner werden über die integrierte Nachverbrennung Ecopure TAR mit Wärmerückgewinnung gereinigt und danach wieder zur Trocknerbeheizung genutzt. Die Abluftreinigungsanlage Ecopure KPR reinigt die bereits reduzierte Abluft aus den Spritzkabinen. Die Trockenabscheidung filtert die Abluft sehr effizient und ermöglicht es, eine kompakte Abluftreinigungsanlage einzusetzen. Die Investitionskosten für das Abluftsystem sinken demnach um 60 Prozent. Der Energiebedarf für die Abluftreinigung reduziere sich in dieser Kombination um 80 Prozent, die Lösemittelemissionen um 90 Prozent.

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