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Vernetzung E-Call: Verkehrssicherheit und Fahrzeugdiagnose aus der Ferne

| Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Michael Ziegler

Die EU-Kommission will den automatisierten Notruf E-Call ab 2015 vorschreiben. Das soll vor allem der Verkehrssicherheit zugute kommen, eröffnet den Autoherstellern aber auch neue Wege für den Fahrzeugservice.

Der E-Call soll in Neufahrzeugen ab 2015 Europaweit Pflicht werden.
Der E-Call soll in Neufahrzeugen ab 2015 Europaweit Pflicht werden.
(Peugeot)

Bei einem Unfall oder einer Panne mit einem Knopfdruck Hilfe herbeirufen: Technisch ist das kein Problem, allerdings bieten nur sehr wenige Autohersteller diese Möglichkeit in ihren Fahrzeugen an. Doch die Ausstattung mit dem sogenannten E-Call könnte ab 2015 ganz neuen Schwung bekommen. Denn ab dann sollen, wenn es nach der EU geht, alle neuen Fahrzeugmodelle mit dem System ausgestattet werden.

Damit verfolgt die EU-Kommission ausschließlich hehre Ziele: Automatisch abgesendete Notrufe sollen bei einem Unfall dafür sorgen, dass die Rettungskräfte schneller alarmiert werden und effektiver helfen können als bisher. Das soll pro Jahr europaweit bis zu 2.000 Leben retten; die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte ließe sich um bis zu 50 Prozent verringern.

Bei der von der EU verlangten Basistechnologie Pan-European-E-Call wird nach dem Auslösen eines Airbags automatisch ein E-Call über die europaweit einheitliche Notrufnummer 112 an die Rettungsleitstelle gesendet. „Grundsätzlich muss man zwei Systeme unterscheiden: Zum einen geht es um den sogenannten Pan-European-E-Call, der vermutlich ab 2015 gesetzlich vorgeschrieben sein wird. Dieser kann automatisch oder manuell ausgelöst werden. Alternativ dazu ist der sogenannte TPS-E-Call (Third-Party-Supported-E-Call) denkbar“, erklärt Dr. Jens Bartenwerfer, Leiter Kraftfahrtversicherung im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV).

Der E-Call beschränkt sich auf die notwendigsten Informationen

Beim Pan-European-E-Call gibt es immer eine direkte Verbindung zur Rettungsleitstelle. Die Notrufdaten soll den EU-Plänen nach auch niemand anders bekommen. „Es wird dabei ein Minimumdatensatz (Minimum Set of Data) übermittelt – dieser beschränkt sich auf die notwendigsten Informationen, die dabei helfen sollen, den Verunfallten schnell zu finden. Dazu zählt, wo er sich befindet, welche Fahrtrichtung er beispielsweise auf der Autobahn zuletzt hatte und um welches Auto es sich handelt“, führt Bartenwerfer aus. Gleichzeitig mit dem Versenden des Datensatzes wird auch eine Sprachverbindung aufgebaut.

Außerdem gibt es einen manuell zu bedienenden Notrufknopf. Denn auch bei einem Unfall, bei dem kein Airbag ausgelöst wird, kann es Verletzte geben und Hilfe benötigt werden. Auch können Unbeteiligte über ihr E-Call-System die benötigte Hilfe herbeirufen.

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