Suchen

Leichtbau-Gipfel 2018 E-Mobilität – ohne Leichtbau geht es nicht

| Autor: Claus-Peter Köth

Leichtbau ist in jeder Hinsicht ein lohnendes Ziel. Denn mehr Gewicht bedeutet real immer einen höheren Energieverbrauch. Dabei kann Leichtbau auch preiswert sein und die Wettbewerbsfähigkeit verbessern.

Firmen zum Thema

Beim BMW i3 stammt die Fahrgastzelle aus Carbon. Das Leichtbaumaterial bietet den Passagieren dank ihre hohen Festigkeit bestmöglichen Schutz bei Unfällen und ist andererseits leicht genug, um das zusätzliche Gewicht der HV-Batterie auszugleichen.
Beim BMW i3 stammt die Fahrgastzelle aus Carbon. Das Leichtbaumaterial bietet den Passagieren dank ihre hohen Festigkeit bestmöglichen Schutz bei Unfällen und ist andererseits leicht genug, um das zusätzliche Gewicht der HV-Batterie auszugleichen.
(Bild: BMW )

Leichtbau ist in jeder Hinsicht ein lohnendes Ziel. Denn mehr Gewicht bedeutet real immer einen höheren Energieverbrauch – je nach Fahrzeugtyp und Fahrzyklus steigt der Verbrauch bei einem Elektrofahrzeug pro 100 Kilogramm Mehrgewicht um bis zu 1 KWh pro 100 Kilometer an. Im Umkehrschluss heißt das, ein leichteres, verbrauchsärmeres Basisfahrzeug hat bei gleich großer Batterie eine entsprechend höhere Reichweite beziehungsweise fährt mit einer kleineren Batterie (geringere Kosten) gleich weit.

Das Argument: Höhere Masse, gleich höhere Rekuperation der Bremsenergie wird in ihrer Bedeutung überbewertet. Experten zufolge lässt sich dadurch die Reichweite eines von Haus aus weniger effizienten Elektroautos lediglich um 10 bis 15 Prozent erhöhen.

Hauptproblem beim Leichtbau sind derzeit noch die Kosten, für im Vergleich zum Stahlblech teurere Materialien wie Aluminium oder Carbon. Aber Leichtbau kann auch preiswert sein, die Wettbewerbsfähigkeit verbessern und den Endkundennutzen signifikant verbessern. Dazu ist jedoch ein ganzheitlicher, systemischer Leichtbau notwendig: über die Fahrzeugmodule hinweg gedacht und entwickelt. „Früher haben die Entwickler eher vom Werkstoff aus gedacht, heute gehen sie den Leichtbau integrativ an“, erklärt Rainer Kurek, Geschäftsführer der Automotive Management Consulting GmbH, und nennt mit dem hybriden Leichtbau einen weiteren Trend: „Wir müssen uns sehr genau überlegen, wie sich die jeweiligen Werkstoffe stärkenkonform einsetzen lassen. So nehmen Composites etwa Zugkräfte sehr gut auf, während bei Druckkräften eher metallische Werkstoffe gefragt sind.“

Leichtbau komplett neu denken

Vor dem Hintergrund der aktuellen Megatrends Elektromobilität, Konnektivität und automatisiertes Fahren gewinnt die Leistungsfähigkeit des Managements in der hochtechnisierten Automobilindustrie stetig an Bedeutung. Die „Managerial Effectiveness“ ist heute wichtiger denn je. Dies gilt auch für den automobilen Leichtbau, der ebenfalls von vielen neuen Herausforderungen, Initiativen und Denkweisen gekennzeichnet ist. Additive Fertigungsverfahren, bionische Optimierungsansätze und funktionsorientierte Prozesstechnologien prägen derzeit verschiedene Entwicklungs- und Produktionstrends – die Effizienz bezüglich Zeit und Kosten stets im Fokus.

Unter dem Arbeitstitel „Leichtbau komplett neu denken“ wird Rainer Kurek auf dem »Automobil Industrie Leichtbau-Gipfel« in seinem Vortrag zahlreiche Impulse geben, die im Rahmen der anschließenden Podiumsdiskussion von Experten erörtert werden. Kurek fasst in seinem „Leichtbau-Navigator“ unterschiedliche Dimensionen und Perspektiven des Leichtbaus zu einem systemischen Management-Modell zusammen – dieses stellt strategische, prozessuale und strukturelle Wirkungszusammenhänge dar.

Weitere konkrete Anwendungsbeispiele, Vorträge und persönliche Gespräche zum automobilen Leichtbau stehen im Mittelpunkt des »Automobil Industrie«-Leichtbau-Gipfels am 13. und 14. März in Würzburg.Alle Informationen zur Veranstaltung: www.leichtbau-gipfel.de

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 45168420)