Zulieferer-Interview Elektrifizierung: „Für alle ein Stück Neuland“

Redakteur: Thomas Günnel

Elektrifizierung und Digitalisierung werden die Automobilindustrie in den nächsten zehn Jahren stärker verändern als jemals zuvor – mit welchen Chancen und Risiken für die Automobilzulieferer?

Eine elektrische Hauptkühlmittelpumpe ist ein Beispiel für die Elektrifizierung. Sie kann den Kühlmittelstrom in der Warmlaufphase des Motors vollständig unterbinden, indem sie deaktiviert bleibt.
Eine elektrische Hauptkühlmittelpumpe ist ein Beispiel für die Elektrifizierung. Sie kann den Kühlmittelstrom in der Warmlaufphase des Motors vollständig unterbinden, indem sie deaktiviert bleibt.
(Bild: Mahle)

Durch die Elektromobilität wird sich die automobile Wertschöpfungskette verändern – mit welchen Chancen und Risiken für Ihr Unternehmen?

Horst Binnig (Rheinmetall Automotive) Wir gehen davon aus, dass sich der Weg zur Elektromobilität in der Automobilindustrie als kontinuierlicher Prozess darstellen wird, der mit einer zunehmenden Effizienzsteigerung und Hybridisierung beginnt und dann sukzessive weiterführt zu rein batterieelektrischen oder anders gearteten Antrieben. Daher sehen wir in dieser Entwicklung für uns mehr Chancen als Risiken.

Dr. Stefan Wolf (ElringKlinger) Sicherlich wird irgendwann der Punkt erreicht sein, wo wir das Geschäft mit Zylinderkopfdichtungen nicht weiter ausbauen werden, da diese in einem Elektroauto schlicht und einfach nicht mehr benötigt werden. Anders verhält es sich im Kunststoffleichtbau oder bei der Abschirmtechnik, wo wir beispielsweise in der elektromagnetischen Abschirmung neues Potenzial sehen. Das Thema Leichtbau spielt auch in der Elektromobilität eine große Rolle. Hier sind wir bestens aufgestellt.