Personalie Ex-BMW-Manager soll Faraday Future auf Kurs bringen

Autor / Redakteur: dpa / Sven Prawitz

Der seit Jahren kriselnde Elektroauto-Entwickler Faraday Future versucht einen Neustart – mit einem ehemaligen BMW-Manager an der Spitze.

Carsten Breitfeld (rechts), noch zu Byton-Zeiten, neben einem Prototypen und dem Byton-Mitgründer Daniel Kirchert.
Carsten Breitfeld (rechts), noch zu Byton-Zeiten, neben einem Prototypen und dem Byton-Mitgründer Daniel Kirchert.
(Bild: Byton)

Um Faraday Future war es zuletzt sehr ruhig geworden. Der seit Jahren kriselnde Elektroauto-Entwickler versucht nun mit einem ehemaligen BMW-Manager an der Spitze einen Neustart. Das aus China finanzierte Unternehmen mit Sitz in Kalifornien ernannte Carsten Breitfeld zu seinem neuen Chef. Gründer Jia Yueting, der zuletzt den Spitzenjob hielt und als wichtigster Geldgeber von Faraday Future galt, will als Produktchef weitermachen.

Breitfeld hatte einst bei BMW die Entwicklung des Elektrohybrid-Sportwagens i8 beaufsichtigt. Zuletzt wurde er vor allem als Mitgründer und Chef der chinesischen Elektroauto-Firma Byton bekannt, deren erstes Modell mit einem riesigen Display über das gesamte Armaturenbrett für Aufsehen sorgte. Breitfeld verließ Byton im Frühjahr und wurde Chef beim chinesischen Konkurrenten Iconiq Motors – gibt diesen Job aber nach nur wenigen Monaten wieder auf.

Breitfeld soll Produktionsanlauf steuern

Faraday Future präsentierte sich zum Start Anfang 2016 als Herausforderer des Elektroauto-Vorreiters Tesla. Das versprochene Luxus-Elektroauto FF91 ist aber immer noch nicht auf dem Markt. Breitfeld übernimmt seinen neuen Posten noch vor dem Produktionsanlauf und solle auch die Entwicklung des auf ein breiteres Publikum ausgerichteten Modells FF81 beaufsichtigen, teilte Faraday Future am Dienstag (3. September) mit.

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Berichte über finanzielle Probleme im Firmengeflecht von Jia Yueting, die auch auf Faraday Future durchschlugen. So legte das Unternehmen Pläne für den Bau eines Werks im US-Bundesstaat Nevada auf, für das eine Milliarde Dollar veranschlagt waren. Zwischenzeitlich sollte der ehemalige BMW-Manager Stefan Krause Faraday Future als Finanzchef stabilisieren – doch er ging 2017, laut Medienberichten im Streit mit Jia Yueting. Die rettende Milliarden-Investition, dank der Faraday Future damals im Geschäft blieb, kam vom chinesischen Immobilien-Konglomerat Evergrande.

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