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Wirtschaft

Faraday Future soll „effektiv zahlungsunfähig“ sein

| Autor/ Redakteur: Andreas Grimm / Jens Scheiner

Ärger mit einem Großinvestor und Führungskräfte, die das Unternehmen verlassen – die Lage beim Tesla-Herausforderer scheint desolat. Nun mussten viele Mitarbeiter in den unbezahlten Urlaub, der Produktionsstart des FF91 rückt in weite Ferne.

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Der FF 91 ist das geplante erste Serienfahrzeug von Faraday Future. Noch ist die Produktion nicht gesichert.
Der FF 91 ist das geplante erste Serienfahrzeug von Faraday Future. Noch ist die Produktion nicht gesichert.
(Bild: Faraday Future)

Der mit ehrgeizigen Zielen vollmundig gestartete Tesla-Konkurrent Faraday Future steht wohl vor dem Aus. Laut dem US-amerikanischen Technik-Portal „The Verge“ gehen dem Unternehmen sowohl die finanziellen Mittel wie die Mitarbeiter aus. Jüngst hat den Angaben zufolge Faraday-Mitbegründer Nick Sampson die Firma ebenso verlassen wie Produktentwickler Peter Savagian.

Ganz düster ist es Meldungen zufolge um die Finanzen des Unternehmens bestellt. Mitte Oktober hatte Faraday Future einen Teil der Mitarbeiter entlassen und dem Rest die Gehälter um ein Fünftel gekürzt. Firmenchef Jia Yueting wolle sein Gehalt auf einen symbolischen Dollar senken und auch einige Manager hätten auf mehr als 20 Prozent ihres Gehalts verzichtet, berichtete „The Verge“ unter Berufung auf eine E-Mail der Geschäftsführung.

Mitarbeiter in unbezahltem Urlaub geschickt

Offenbar haben diese Schritte zur Kostensenkung jedoch nicht ausgereicht. Daher habe das Management beschlossen, die Arbeiten am Hauptsitz des Unternehmens im kalifornischen Gardena und im Werk im kalifornischen Hanford weitgehend einzustellen. Die Mitarbeiter würden in den unbezahlten Urlaub geschickt, bis eine neue Finanzierung gesichert ist.

In einem Schreiben an das Tech-Portal habe Nick Sampson zudem erklärt, dass Faraday Future „effektiv zahlungsunfähig“ sei. Er könne sich aber grundsätzlich vorstellen, unter veränderten Umständen wieder ins Unternehmen zurückzukehren.

Der aktuellen Entwicklung vorausgegangen war ein Streit mit dem Großaktionär Evergrande Health Industry Group. Die Chinesen waren im Juni bei Faraday Future zunächst mit 800 Millionen Dollar eingestiegen, mit der Option weitere 1,2 Milliarden Dollar zu investieren. Im Oktober hieß es dann, der Investor wolle die zugesagten weiteren Zahlungen nicht leisten. Stattdessen wolle dieser „Kontrolle über das gesamte geistige Eigentum von FF zu erlangen und verhindern, dass Faraday sich nach anderen Investoren umsehe“, berichtet das deutsche Portal Electrive.net.

Währenddessen scheint das erste geplante Fahrzeug des Elektroautobauers, der FF 91 weitgehend serienreif zu sein. Angesichts des Geldmangels und des Zerwürfnisses mit dem Investor müsste Faraday aber erst einen neuen Investor finden, um die Produktion aufnehmen zu können.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«