Logistik Fahrerlos in der Produktion: Wie BMW den neuen 7er steuert

Von Thomas Günnel

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Die neuen 7er von BMW fahren in Dingolfing eigenständig im Werk. Ohne Fahrer. Wie funktioniert das?

Auf dem Weg ins Finish – ohne Fahrer. Im Werk Dingolfing testet BMW mit dem neuen 7er ein Logistikkonzept.
Auf dem Weg ins Finish – ohne Fahrer. Im Werk Dingolfing testet BMW mit dem neuen 7er ein Logistikkonzept.
(Bild: BMW )

Im BMW-Werk in Dingolfing fahren Autos bereits autonom: innerhalb der Montage und auf Logistikflächen. Die Fahrzeuge nutzen dafür aber keine eingebauten Sensoren. Und BMW nicht nur eigenes Know-how. Die Lidar-Erkennungssoftware des Startups Seoul Robotics erstellt mittels statischer Überwachungssensoren einen digitalen Zwilling der Umgebung. Dabei klassifiziert er Objekte und bestimmt die Position der Fahrzeuge. Die Fahrplanungssoftware von Embotech lenkt, bremst, beschleunigt und parkt die fahrerlosen Fahrzeuge. Sie kommuniziert per Mobilfunk mit den Autos.

„Wir haben einen anderen Ansatz als beim autonomen Fahren, weil wir keine Sensoren aus den Fahrzeugen nutzen. Das Auto selbst ist quasi blind. Stattdessen haben wir Sensoren entlang der Fahrstrecken installiert, anhand derer wir die Autos in den Werken bewegen“, beschreibt Projektleiter Sascha Andree.

Die Routen berechnet das System in Echtzeit: ohne situationsbedingte Programmierung oder Training der Fahrzeuge. Stattdessen kann jedes Fahrzeug eigenständig auf die jeweilige Umgebungssituation reagieren. Die Pilotphase startet im Juli 2022 im Werk in Dingolfing. Der neue BMW 7er und der vollelektrische BMW i7 setzen als Technologieträger das Projekt um.

Die Autos fahren autonom im Werk innerhalb der Montage und anschließend zu Logistikflächen. Das heißt: Sie fahren selbst zu einem Parkplatz. Von dort aus werden sie per Zug oder Lkw weitertransportiert. Die Technik funktioniert, sobald die Fahrzeuge im Produktionsprozess selbstständig fahren können – also kurz nach dem ersten Start des Motors.

Pilotprojekt mit zwei Start-ups

Hinter dem Projekt steht die BMW Startup Garage. Die Einheit „Venture Client“ von BMW hat Seoul Robotics als potenziell interessanten Technologielieferanten entdeckt – und initiierte das erste Proof-of-Concept-Projekt mit dem Team von Projektleiter Sascha Andree. Später kam Embotech zu einer Produktdemonstration dazu. Die Pilotphase dauert mehrere Monate. Ein weiterer Roll-out ist mit zusätzlichen Modellen in Dingolfing geplant. Andere Werke sollen das System später nutzen können.

Was ist die BMW Startup Garage?

Seit 2015 evaluiert BMW über das Venture-Client-Modell gemeinsam mit Startups mögliche Projekte. Das Prinzip: frühzeitig das Produkt eines Startups und nicht die Anteile an dem Unternehmen selbst kaufen. Mit diesem Ansatz hat die BMW Startup Garage laut Unternehmen bereits mehr als 150 Pilotprojekte mit Startups erfolgreich durchgeführt. Das kumulierte Investitionsvolumen beläuft sich auf mehr als 4,5 Milliarden US-Dollar.

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