Suchen

Standortschließung Fehrer schließt Standort Kitzingen: Eine Stellungnahme

| Redakteur: Thomas Günnel

Der Automobilzulieferer Fehrer wird bis Ende 2014 die Produktion am Standort Kitzingen stilllegen. Das Unternehmen teilte dies im März 2013 mit. Zur Schließung äußerten sich gegenüber »Automobil Industrie« nun der Betriebsratsvorsitzende Holger Lenz, und Walther Mann von der IG-Metall Verwaltungsstelle Würzburg.

Firmen zum Thema

Der Automobilzulieferer Fehrer wird bis Ende 2014 die Produktion am Standort Kitzingen stilllegen. Nun äußerten sich Betriebsrat und IG-Metall zur Schließung.
Der Automobilzulieferer Fehrer wird bis Ende 2014 die Produktion am Standort Kitzingen stilllegen. Nun äußerten sich Betriebsrat und IG-Metall zur Schließung.
(Foto: Fehrer)

Zuerst stellt sich dem Leser die Frage, warum denn die OEMs ihre Fertigungsumfänge zunehmend ins Ausland verlagern? Sie werben nach wie vor mit dem Prädikat „Made in Germany“ und lassen sich dies auch weiterhin gut bezahlen. Die Wertschöpfung in der Zulieferindustrie wird aber nicht mit der gleichen Wertschätzung bedacht! Im Gegenteil die Margen der Zulieferer reichen immer weniger aus, um zu überleben.

Auch Fehrer bekommt dies mehr und mehr zu spüren. Leider sind Entwicklungskompetenz, Qualität und Liefertreue keine Argumente mehr, Aufträge in Deutschland platzieren zu können, und deshalb sollen Produktionsstandorte in Leipzig und Kitzingen geschlossen werden. Durch den Weggang von Faurecia nach Pilsen, kann man die Entscheidung für den Standort Leipzig/Markranstädt eventuell noch nachvollziehen, die Argumentationen gegen den Standort Kitzingen allerdings nicht.

Die Argumentation „geringste Flexibilität„ entbehrt jeder Grundlage; sind es doch schon immer die Kitzinger gewesen, die auf Kundenwünsche sofort reagiert haben, da sämtliche Fachabteilungen am Standort vorhanden sind. Die angeblich höchsten Fixkosten sind eine Frage der betrieblichen Darstellung. Denn wenn alle Fachabteilungen an einem Standort angesiedelt – konzentriert sind, sind auch die Fixkosten entsprechend höher – es sei denn, sie würden gleichmäßig auf die Werke verteilt. Die baulichen Gegebenheiten sind nur ein scheinheiliges Argument, das nicht nachhaltig zieht.

Viel mehr müsste die Innovationskraft der Entwicklung bei Chemie und Technik, und vor allem das „Alleinstellungsmerkmal Heißschaum„ für Kitzingen sprechen. Dies wurde auch am 8. Mai zwischen dem bayerischen Wirtschaftsminister, H. Zeil, und den Arbeitnehmervertretern so besprochen. Im Zeichen der aktuellen CO2-Emmissionsproblematik ist es gerade mit Heißschaum am ehesten möglich, weitere Gewichtsreduzierung im Fahrzeug zu realisieren. Die Fachleute sprechen hier am Beispiel 3er BMW bei einer Vorderlehne von ca. 300g und bei einem ganzen Carset von zwei – fünf Kilogramm Einsparpotential. Der Minister hat zugesagt, dass Fehrer bei entsprechenden Projekten mit Fördergeldern rechnen kann, und er wolle die Erhaltung von so viel als möglich Arbeitsplätzen in Kitzingen unterstützen. Aus unserer Sicht ist die komplette Schließung der Produktion in Kitzingen nicht nachvollziehbar, und der Kampf um deren Erhalt noch lange nicht zu Ende.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 39662840)