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Fiat Chrysler: Deutschland-Chef abgelöst

| Autor/ Redakteur: Jens Rehberg / Jens Scheiner

Giorgio Gorelli steht nicht mehr an der Spitze der deutschen Vertriebsgesellschaft für die Fabrikate Alfa Romeo, Fiat, Fiat Professional, Jeep, Abarth und die Servicemarke Mopar. Seine Amtszeit war kurz und turbulent.

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Giorgio Gorelli ist nicht mehr FCA-Deutschland-Chef.
Giorgio Gorelli ist nicht mehr FCA-Deutschland-Chef.
(Bild: FCA)

Die FCA-Europazentrale in Turin hat Giorgio Gorelli aus Deutschland abberufen. Wie unser Schwestermagazin »kfz-betrieb« aus mehreren voneinander unabhängigen Quellen erfahren hat, wurde die Ablösung des 58-Jährigen am Donnerstag (6. Juli) in der Frankfurter Importeurszentrale intern kommuniziert. Er soll einen anderen Job innerhalb des Konzerns übernehmen. Auch Gorellis Nachfolger kommt offenbar aus der FCA-Organisation im Wirtschaftsraum Europa-Arabien-Afrika (EMEA), soll den Posten als Deutschland-Chef dem Vernehmen nach aber zunächst nur interimsweise übernehmen.

Steigende Verkaufszahlen trotz eigenwilligen Führungsstils

Giorgio Gorelli hatte die FCA Germany AG erst seit Mitte Februar 2016 als CEO geleitet. Auch sein Vorgänger Henrik Starup-Hansen hatte sich lediglich zwölf Monate an der Spitze von FCA Deutschland halten können. Unter Gorellis Führung erreichte die Stimmung insbesondere im Fiat-Netz und offenbar auch in der Belegschaft des Importeurs einen neuen, bis dahin noch nicht gekannten Tiefpunkt. Noch bis vor kurzem bestand der Italiener darauf, seine offenbar nicht erreichbaren Absatzplanzahlen in den FCA-Partnernetzen kompromisslos durchzusetzen. Zahlreiche personelle Veränderungen in der Importeurszentrale, eine Umstrukturierung des Außendienstes und eine eigentümliche Kommunikationsstrategie machten das Tagesgeschäft für die Händler nicht einfacher. Dennoch stiegen die Verkaufszahlen – wenn auch mit zum Teil ungesunden Methoden und auch nicht ansatzweise im geplanten Maße. So hätten beispielsweise die Fiat-Vertriebspartner nach ursprünglicher Planung in diesem Jahr rund 90.000 Pkw vermarkten sollen – per Ende Mai registrierte das KBA allerdings lediglich rund 24.600 Fiat-Pkw-Neuzulassungen in Deutschland.

Und auch bei Jeep lief es zuletzt nicht mehr so rund wie gewohnt. Das Absatzniveau des Vorjahreszeitraums konnte im ersten Halbjahr 2017 nur durch starke taktische Aktivitäten erreicht werden. Der Eigenzulassungskanal des Fabrikats schwoll seit Jahresbeginn immer weiter an und erreichte im Mai einen Anteil von knapp 60 Prozent am gesamten deutschen Jeep-Neuzulassungsvolumen. Der neue kompakte Tiguan-Angreifer Compass, der in diesen Tagen in die Schauräume kommt und der das Verkaufsjahr eigentlich herausreißen sollte, ist nach Aussagen aus dem Handel zunächst nur sehr eingeschränkt verfügbar. Immerhin konnte Alfa Romeo mit den beiden neuen Modellen Giulia und Stelvio seine Stückzahlen in Deutschland im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in etwa verdoppeln.

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