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Digitalisierung

Fügetechnik-Event bei Fronius: „Joining Smart Technologies“

| Redakteur: Maximiliane Reichhardt

Anfang Mai trafen sich bei Fronius in Sattledt, Oberösterreich, zum sechsten Mal Fügetechnik-Experten aus der Automobilbranche. Im Mittelpunkt stand in diesem Jahr das Thema Digitalisierung.

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Anfang Mai veranstaltete der Automobilzulieferer Fronius zum sechsten Mal seine Automobilkonferenz zur Fügetechnik.
Anfang Mai veranstaltete der Automobilzulieferer Fronius zum sechsten Mal seine Automobilkonferenz zur Fügetechnik.
( Bild: Fronius )

Digitalisierung war das zentrale Thema der diesjährigen „Joining Smart Technologies“ Konferenz. Über hundert Teilnehmer aus zehn Ländern nutzten die Konferenz für den Wissens- und Erfahrungsaustausch. Zu Beginn der Konferenz gab Thomas Bauernhansl, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung, Einblicke in den Status Quo der digitalen Transformation im Automobilbau. Sein zentrales Thema: Daten in der Fabrik der Zukunft. Bauernhansls Appell richtete sich diesbezüglich vor allem an das Bewusstsein der Unternehmen: „Beim Machine Learning sind die Daten der Rohstoff, aus dem die Maschine Algorithmen generiert. Die Datenqualität ist daher entscheidend für den gesamten Prozess.“

Der vernetzte Lichtbogen

Christian Kotschote, Technology Developer bei Audi, berichtete über das Potenzial der Vernetzung im Bereich des thermischen Fügens. Er betonte, dass digitale Systeme den Output von Lichtbogen-Anwendungen erhöhen können. Hierfür müssen alle Informationen über die gesamte Prozesskette hinweg – also auch jene Schritte, die vor und nach dem Schweißen erfolgen – nutzbar gemacht werden. Daran anknüpfend legte Helmut Ennsbrunner, Leiter der Vorentwicklung bei Fronius, dar, was die digitale Transformation aus Perspektive eines Schweißgeräte-Herstellers bedeutet.

Ennsbrunner erklärte, dass die Digitalisierung es erlaubt, Daten verlustfrei zu vervielfältigen und mit Partnern auszutauschen. Das eröffne neue Chancen in der Zusammenarbeit: Einerseits sollen Maschinen in Zukunft besser automatisiert zusammen arbeiten. Andererseits können Informationen zwischen Lieferanten, Kunden und anderen Partnern geteilt und für neue kooperative Geschäftsmodelle genutzt werden.

Teamwork mit dem Roboter

Kooperation stand auch im Mittelpunkt des Vortrags von Martina Mara: Sie ist Technikpsychologin und Professorin für Roboterpsychologie an der Johannes Kepler Universität Linz und beschäftigt sich intensiv mit der Zusammenarbeit von Mensch und Roboter. Bei der Automobilkonferenz betonte sie, dass die Vorhersehbarkeit des Verhaltens der Maschine für den Menschen entscheidend dafür ist, wie effizient das Mensch-Maschinen-Team zusammenarbeitet.

In der abschließenden Podiumsdiskussion stellte auch Florian Oefele, Senior Manager Anlagenbau und Virtuelle Inbetriebnahme bei BMW, den Menschen in den Mittelpunkt der digitalen Transformation: Nur durch Offenheit, Vertrauen und Verantwortung könnten die Chancen der Digitalisierung genutzt werden. Michael Zürn, Senior Manager Prozessentwicklung bei Daimler, konkretisierte, worin genau diese Chancen liegen: „Daten helfen uns Menschen, Komplexität beherrschbar zu machen und so leichter bessere Entscheidungen zu treffen.“ Im industriellen Umfeld trägt das dazu bei, die Produktionszeit zu verkürzen und Kosten und Qualität zu optimieren.

Die Vertreter der OEMs richteten darüber hinaus einen Blick in die Zukunft und stimmten überein, dass Nachhaltigkeit einen immer wichtigeren Stellenwert einnimmt. Digitale Lösungen, etwa die Block-Chain könnten künftig helfen, Qualität auch im Sinne sozialer Aspekte und der Nachhaltigkeit transparent zu machen.

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