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Gegenwind und Rückenwind für Tesla

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Proteste der Tesla-Fans

Die Unterschrift des Gouverneurs aus der Hauptstadt Charleston hat wegen der Begleitumstände das, was man im süddeutschen Lande mit „Gschmäckle“ bezeichnen würde. „Mein Job ist es, für Arbeitsplätze zu sorgen“, verkündete Earl Ray Tomblin lautstark, musste dann aber zugeben: „Zu meinem Freundeskreis zählt eine ganze Reihe von Autohändlern.“ Dass auch Bill Cole, Präsident des Senats von West Virginia, der allerdings beim Gesetz nicht mit abstimmte, selbst ebenfalls gleich mehrere Autohäuser besitzt, ließ er vorsichtshalber unerwähnt. „In seiner Wahlkampagne hat sich Tomblin noch für die Grundsätze des freien Markts eingesetzt“, klagte Tesla-Vizepräsident Jim Chen. „Jetzt aber verhindert er Konkurrenz und schützt das Monopol der Autohändler.“ Die Bürger von West Virginia hätten das Recht zu wählen, wie und bei wem sie ihre Autos kaufen wollten. „Wir werden um den Zugang zu einem freien Markt kämpfen“, versprach Chen und verwies auf den US-Bundesstaat New Jersey, wo es ebenfalls ein Contra-Tesla-Gesetz gab, das aber jetzt nach erheblichen Protesten sowohl des Unternehmens als auch von Tesla-Fans aufgehoben wurde.

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10.030 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Und jetzt die gute Nachricht: Mit einem Aprilscherz katapultierte Tesla Anfang des Monats seinen Aktienkurs über Nacht in die Höhe. Das Unternehmen war plötzlich auf einen Schlag 125 Millionen Dollar mehr wert. Zunächst hatte Elon Musk die Absatzzahlen des ersten Quartals 2015 verkündet: Statt wie geplant 9.500 Autos brachte Tesla 10.030 Fahrzeuge an die Frau und den Mann, 55 Prozent mehr als im gleichen Quartal 2014. Insgesamt hofft der Chef in diesem Jahr 55.000 Elektrofahrzeuge weltweit los zu werden.

Model „W“ in Planung

So weit, so wahr. Doch dann verbreitete seine Presseabteilung zum 1. April die Meldung, dass ein neues Modell namens „W“ in Vorbereitung sei, schränkte aber umgehend ein, es handle sich nicht um ein Auto, sondern als Antwort auf Apple um eine Armbanduhr: „Dieses unglaubliche Gerät von Tesla zeigt nicht nur die Zeit, sondern auch das Datum“, hieß es weiter. Das dazugehörige Foto zeigte eine Armbanduhr, aus der ein Big-Ben im Mini-Format ragte. Den Nachrichtenagenturen Reuters und Bloomberg reichten die Begriffe „Model“ und „W“ für eine Eilmeldung, was prompt den Aktienmarkt in New York in Aufruhr versetzte. 400.000 Anteilscheine wechselten innerhalb kurzer Zeit den Besitzer. Inzwischen hat sich zwar der Hype gelegt, dass ein Aprilscherz die Ursache war, hat sich herumgesprochen. Doch der Kurs hat sich mittlerweile auf um die 200 Euro pro Aktie eingependelt. Namhafte New Yorker Analysten – zum Beispiel Ben Kallo von der Investment-Firma Robert W. Baird – glauben sogar, dass er demnächst bei 250 Euro liegen könnte.

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