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OEM Gegenwind und Rückenwind für Tesla

| Autor / Redakteur: Ampnet / Jens Scheiner

Gute und schlechte News bestimmten die vergangenen Wochen für Tesla. Das Unternehmen gibt sich aber kämpferisch und verbuchte schon einen Teilerfolg.

Immer mehr Bundesstaaten in den USA verbieten Tesla den Direktverkauf der verschiedenen Modelle.
Immer mehr Bundesstaaten in den USA verbieten Tesla den Direktverkauf der verschiedenen Modelle.
(Foto: Tesla )

Die schlechten Nachrichten zuerst: Unternehmens-Chef und -Gründer Elon Musk musste sich im letzten Quartal des abgelaufenen Jahres mit einem nahezu zusammengebrochenen Absatz in China abfinden. Die großen Hoffnungen, mit denen der charismatische Multi-Milliardär und seine Kollegen das Geschäft im Reich der Mitte gestartet hatten, erwiesen sich als Luftnummer – trotz der dortigen neun aus dem Boden gestampften Niederlassungen in sechs Großstädten.

„Exzessive Lagerbestände in China“

Zunächst waren die ersten Tesla-Fahrzeuge aufgrund großer Schwierigkeiten sowohl in der US-Produktion als auch beim Zoll mit erheblicher Verspätung eingetroffen. Dann machten sich frustrierte Tesla-Kunden lautstark Luft, in Beijing protestierte der offensichtlich besonders verärgerte Unternehmer Yu Xinquan auf landestypische Art wie das „Wall Street Journal China“ zu berichten wusste: Weil er sich bis zur Lieferung seines Autos mit einem Vorführwagen begnügen sollte, zertrümmerte der Millionär höchstpersönlich und öffentlichkeitswirksam vor laufenden Fernsehkameras die Frontscheibe des Autos. „China ist der einzige Ort in der Welt wo wir exzessive Lagerbestände haben“, musste Elon Musk daraufhin einräumen. Tesla schickte daher ein Drittel seiner chinesischen Beschäftigten nach Hause.

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Direktverkauf untersagt

Anfang April blies dem Unternehmen zu allem Überfluss auch noch erheblicher Gegenwind aus heimischen Gefilden ins Gesicht. Im US-Bundesstaat West Virginia unterzeichnete Gouverneur Earl Ray Tomblin ein Gesetz, das Tesla de facto verbietet, seine Fahrzeuge im sogenannten „Mountain State“ in den Appalachen zu verkaufen. So wie in mindestens fünf weiteren Staaten darf dort kein Autohersteller mehr – so wie es bei Tesla von Anfang an weltweit Gang und Gäbe ist – seine Fahrzeuge direkt an die Kundschaft verkaufen. Bei jedem Deal muss ein lizensierter Zwischenhändler eingeschaltet sein.

Diese Vorschrift trifft Tesla in West Virginia hart. Nicht, weil in diesem Staat besonders viel zu holen wäre: Mit einem durchschnittlichen Haushaltseinkommen von 42.581 Dollar pro Jahr zählt er zu den fünf ärmsten der USA. Einen Tesla, der hier mindestens 70.000 Dollar kostet, können sich nur wenige leisten. Wesentlicher ist die mit seiner strategischen Lage verbundene Ansteckungsgefahr auf die Nachbarschaft, die Hauptstadt Washington und die reicheren Staaten Ohio, Pennsylvania, Virginia, Maryland und Kentucky. Weil in Texas, Arizona und Maryland Direktverkäufe ebenfalls auf der schwarzen Liste stehen, unterhält Tesla dort nur Schaufenster für seine Autos, um die Kundschaft auf den Geschmack zu bringen.

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