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BASF Gewicht sparen mit PU-Schaum

| Redakteur: Claus-Peter Köth

Oberflächen für Instrumententafeln, Schäume für Sitze und Konsolen, Anbauteile für die Karosserie: Das Einsatzspektrum von Polyurethan im Automobil ist breit. Seine Leichtbau-Potenziale zeigen Beispiele aus dem Werkstoff-Portfolio von BASF Polyurethanes.

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In Verbindung mit Sandwich- und Wabenstrukturen kann der Autoentwickler mit PU echte Leichtbaukonstruktionen verwirklichen.
In Verbindung mit Sandwich- und Wabenstrukturen kann der Autoentwickler mit PU echte Leichtbaukonstruktionen verwirklichen.
(BASF)

Bei der Suche nach Leichtbaupotenzialen steht das Interieur ebenso auf dem Prüfstand – oder auf der Waage – wie die Karosserie. Polyurethan (PU) hat dabei gute Aussichten, andere Werkstoffe zu substituieren. Denn als Schaum ist PU per se ein Leichtgewicht unter den Kunststoffen. Und es gibt neue Werkstoffe auf PU-Basis, die geringes Gewicht mit hoher Oberflächenqualität und sehr guten Gebrauchseigenschaften kombinieren.

Neuartiges Sprühsystem

Mit Elastoskin hat BASF Polyurethanes ein neues Sprühsystem entwickelt, mit dem sich hochwertige Oberflächen in Softtouch-Qualität für Instrumententafeln, Türmodule, Armauflagen oder Mittelkonsolen erzeugen lassen. Manfred Michl, European Segment Leader Interior Business Unit Automotive bei BASF Polyurethanes: “Die Häute, die mit der neuen Elastoskin-Spray-Technik hergestellt werden, sind um bis zu 35 Prozent leichter als PVC und um 20 Prozent als eine herkömmliche Polyurethanhaut.“ Damit bietet diese Technik einen klaren Gewichtsvorteil gegenüber etablierten Verfahren wie der PVC-Slush-Haut, TPO und der aliphatischen Sprühhaut.

STR nutzt das RRIM-Verfahren mit Elastolit R8 zur Produktion hochwertiger Anbauteile zum Beispiel des Ferrari FF.
STR nutzt das RRIM-Verfahren mit Elastolit R8 zur Produktion hochwertiger Anbauteile zum Beispiel des Ferrari FF.
(BASF)

Und es gibt weitere Vorteile. Manfred Michl: „Die eingesetzten Galvano-Werkzeuge werden auf eine konstante Temperatur von 80 Grad gebracht und bestehen zumeist den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs – der sonst übliche Aufwärm- und Abkühlvorgang ist nicht notwendig.“ Mit dem Verfahren lassen sich auch komplexe Strukturen abbilden, und die Designfreiheit bei Farbe und Oberflächenstruktur vergrößert sich. Auch sehr helle Farben sind verwendbar. Mittels Maskentechnik lassen sich sogar mehrfarbige Häute erzeugen.

Elastoflex E für dünne Schaumquerschnitte

Auch für die Hinterschäumung von Folien, Häuten oder Leder gibt es neue, gewichtsparende Lösungen auf PU-Basis. Für diesen Einsatzbereich wurde der Halbhartschaum Elastoflex E entwickelt. Dabei hatten die BASF-Ingenieure besonders das Armaturenbrett sowie Türseitenteile und Mittelkonsolen im Blick. Der neue Werkstoff zeichnet sich durch eine besonders niedrige Schaumdichte von rund 120 g/L aus und eine hohe schalldämmende Wirkung. Aufgrund des sehr guten Fließverhaltens kann Elastoflex E auch für dünne Schaumquerschnitte eingesetzt werden. Kurze Entformzeiten, gute Haftwirkung zu Träger- und Hautmaterialien sowie eine sehr weiche, angenehme Druckhaptik sind weitere Eigenschaften des neuen PU-Schaums.

Schaum nach Kundenwunsch

Zehn bis 15 Prozent Gewicht lassen sich einsparen, wenn in den Sitzen der neue Komfortschaum Elastoflex W zur Anwendung kommt. Diese Schäume fertigt BASF Polyurethanes individuell nach Kundenwunsch. Trotz Gewichts- und/ oder Höhenreduzierung bieten sie den Insassen hohen Komfort und sehr gute Dauergebrauchseigenschaften. Zudem erlaubt die gute Fließfähigkeit der Elastoflex W- Systeme den Formteilherstellern eine hohe Designfreiheit sowie das Ein- beziehungsweise Umschäumen von Schauminnen- oder Schaumträgerteilen.

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