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Wasserstoff Grüner Wasserstoff: Asahi Kasei nimmt weltgrößten Elektrolyseur in Betrieb

| Autor: Thomas Günnel

Grüner Wasserstoff ist die wichtigste Voraussetzung für den breiten Einsatz des Energieträgers in Industrie und Verkehr. In Japan entsteht er bald in großtechnischem Umfang.

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Asahi Kasei hat im japanischen Fukushima die bislang größte Anlage zur Produktion grünen Wasserstoffs in Betrieb genommen.
Asahi Kasei hat im japanischen Fukushima die bislang größte Anlage zur Produktion grünen Wasserstoffs in Betrieb genommen.
(Bild: Asahi Kasei )

Im Sommer 2020 soll er regulär den Betrieb aufnehmen: der „Aqualizer“, der größte Single-Stack-Alkali-Wasserelektrolyseur der Welt. Dann sollen in einer Stunde im Nennleistungsbetrieb rund 1.200 Normkubikmeter (Nm³) grüner Wasserstoff entstehen. Die Anlage steht im „Fukushima Energy Research Field“ in Namie, Fukushima, Japan.

Um den Elektrolyseur zu betreiben, wandeln auf dem Gelände Solaranlagen rund 20 Megawatt Energie aus dem Sonnenlicht, zusätzlich wird Netzstrom eingesetzt. Maximal kann der Elektrolyseur zehn Megawatt verarbeiten, dann entstehen stündlich rund 2.000 Nm³ Wasserstoff.

Asahi Kasei hat das System bereits im März für Tests in Betrieb genommen. Den Auftrag dafür erhielt das Unternehmen im Jahr 2017 von Toshiba Energy Systems & Solutions Corp. Installiert wurde das System als technologisches Entwicklungsprojekt der japanischen „New Energy and Industrial Technology Development Organization“.

Wieviel Energie steckt in 1.200 Nm³ Wasserstoff?

Ein Normkubikmeter Wasserstoff kann drei Kilowattstunden Energie speichern. Die Anlage produziert also stündlich Wasserstoff mit einem Equivalent von rund 3.600 kWh.
Zur Einordnung: Die erste Generation des Toyota Mirai verbraucht rund ein Kilogramm Wasserstoff pro 100 Kilometer, das entspricht 33,33 kWh.

„Das System kann sich an schwankende Stromeinspeisungen anpassen“, beschreibt das Unternehmen. „Die größte Herausforderung ist es derzeit, das Energiemanagementsystem auszubalancieren: zwischen produziertem und gespeichertem Wasserstoff und der Nachfrage im Stromnetz – ohne Speicherbatterien einzusetzen.“

Asahi Kasei betreibt Demonstrationsprojekte in Herten, Deutschland, und Soma, Japan; und beteiligt sich daneben an „ALIGN-CCUS“, einem europäischen multinationalen Partnerprojekt zur Kohlenstoffabscheidung, -nutzung und -speicherung.

Erfahrung mit Wasserstoff-Produktion

Schon seit seiner Gründung im Jahr 1922 hat das Unternehmen Erfahrung in der Produktion von Wasserstoff. Damals nutzte es Wasserkraft für die Wasserelektrolyse, um Wasserstoff für die Produktion von Ammoniak zu erzeugen. Darüber hinaus ist Asahi Kasei seit 1975 in der Chlor-Alkali-Elektrolyse tätig – und ist heute ein Komplettanbieter von Schlüsselkomponenten, einschließlich Katalysatoren, Elektroden und Membranen.

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Über den Autor

 Thomas Günnel

Thomas Günnel

Redakteur/Fachjournalist, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE