Elektronik Porsche Consulting: Halbleitermangel bis 2025

Von Sven Prawitz

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Wichtige Mikrochips werden für die Autoindustrie noch bis in das Jahr 2025 hinein Mangelware bleiben. Das berichtet das „Manager Magazin“ anhand einer Studie von Porsche Consulting.

Halbleiter der Strukturgröße 40 Nanometer werden laut einer Studie von Porsche Consulting bis ins Jahr 2025 nicht in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.
Halbleiter der Strukturgröße 40 Nanometer werden laut einer Studie von Porsche Consulting bis ins Jahr 2025 nicht in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.
(Bild: TSMC)

„Wir sehen im Chipmarkt keine kurzfristige Verbesserung der Versorgungslage“, sagte Sohil Hashemi der Wirtschaftszeitschrift. Der Senior Manager von Porsche Consulting habe mit Senior Partner Hagen Radowski den Chipmarkt analysiert und dem Magazin vorab einen Einblick gewährt. Laut den beiden Beratern werde kaum in Kapazitäten für die Fertigung der für die Automobilbranche relevanten Halbleiter investiert. „Die Autohersteller kaufen überwiegend bewährte Technik mit Strukturweiten von 40 Nanometern und darüber“, sagte Radowski im Sommer gegenüber »Automobil Industrie«. Genau dort fehle es laut Manager Magazin künftig an Produktionskapazitäten für den steigenden Bedarf der Branche.

Dr. Hagen Radowski, Senior Partner bei Porsche Consulting:  „Die Autohersteller brauchen Chip-Design-Kompetenz.“
Dr. Hagen Radowski, Senior Partner bei Porsche Consulting: „Die Autohersteller brauchen Chip-Design-Kompetenz.“
(Bild: Porsche Consulting)

„Die nächsten ‚Verteilungskämpfe‘ sind vorprogrammiert“, prognostizierte der Berater daher bereits im August. Das Manager Magazin berichtet nun von einem Halbleitermangel bis ins Jahr 2025 hinein. Gründe sind zum Beispiel der stark wachsende Bedarf der Elektronikchips für E-Autos. In diesen stecken laut der Wirtschaftszeitschrift 5.000 bis 7.000 Chips. Auch die zunehmend vernetzten und digitalisierten Systeme wie Instrumentencluster, Telemetrie und Infotainment sorgen für einen steigenden Bedarf an Mikrochips.

Experte fordert Chip-Design-Kompetenz bei den OEMs

Kurzfristig gegensteuern lasse sich kaum: „Die Halbleiterproduktion ist der komplexeste Wertschöpfungsprozess, den der Mensch je erfunden hat“, sagt Radowski. Neue Produktionsstätten seien extrem kapitalintensiv und benötigen eine hohe Vorlaufzeit, bis sie produktiv sind. Der Berater sieht als Lösung des Problems vor allem die Automobilhersteller in der Pflicht. Sie müssten sich stärker in das Thema einbringen. „Immer weiter in Taskforces zu verharren, ist der falsche Weg“, wird Radowski zitiert.

Die Alternative hatte er bereits im August skizziert: Die OEMs „brauchen Chip-Design-Kompetenz und müssen die aktuellen und künftigen Trends sowohl im Frontend, also in der Waferproduktion, als auch im Backend, beim Packaging und Testing sowie bei der Montage, kennen“. Aus den Automobilherstellern werde im besten Fall ein „fabless chip designer“, so der Berater.

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