Wirtschaft Halbleiter-Engpässe auch bei Daimler, Ford, Toyota, Fiat, Nissan und Honda

| Aktualisiert am 12.01.2021Redakteur: Svenja Gelowicz

Einige Automobilhersteller müssen ihre Fertigungen wegen dem Mangel an Elektronikbauteilen im laufenden Monat unterbrechen. Die Details.

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Blick in die Produktion von Nissan in Japan.
Blick in die Produktion von Nissan in Japan.
(Bild: Nissan)

Der Mangel bei elektronischen Bauteilen betrifft nun auch die Autohersteller Ford, Toyota, Fiat, Nissan und Honda. Die Unternehmen haben laut der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag (8. Januar) verkündet, dass sie die Fahrzeugproduktion im laufenden Monat wegen eines Mangels an Halbleitern drosseln werden. Ebenfalls am Freitag sagte ein Sprecher von Honda, dass Produktionsstätten in Japan von einem Halbleiterengpass betroffen sein könnten.

Der amerikanische Autohersteller Ford will laut des Reuters-Berichts sein Montagewerk in Louisville, Kentucky, stilllegen und eine geplante Arbeitsunterbrechung vorziehen. Toyota kündigte an, die Produktion eines Pick-ups in einem Werk im texanischen San Antonio zu drosseln. Nissan wiederum will die Produktion seines Hybrid-Modells Note in der japanischen Präfektur Kanagawa reduzieren.

Auch Daimler ist betroffen

Bei Volkswagen trifft der Halbleiter-Engpass Werke in China, Nordamerika und Europa. Hierzulande gerate vor allem die Golf-Fertigung in Wolfsburg in Verzug, sagte VW-Vertriebsvorstand Klaus Zellmer dem „Handelsblatt“ vergangene Woche: „Wir werden 2021 um jedes Auto kämpfen.“

Lieferprobleme bei Halbleiter-Herstellern sorgen auch bei Daimler für Schwierigkeiten in der Produktion. Im Kompaktwagen-Werk in Rastatt, wo unter anderem die A-Klasse gebaut wird, gibt es ab Freitag Kurzarbeit, wie eine Sprecherin am Dienstag (12. Januar) sagte. Zuvor hatten die „Badischen Neuesten Nachrichten“ darüber berichtet. Gegenwärtig bestehe weltweit ein Lieferengpass an bestimmten Halbleiterkomponenten, betonte Daimler. Auf derartige Schwankungen könne man dank hoher Flexibilität in den Werken kurzfristig reagieren.

Auf den Anlauf des neuen elektrischen EQA, der ebenfalls in Rastatt gebaut wird, und die übrigen Elektro-Modelle soll der Halbleiter-Engpass keine Auswirkungen haben. „Die Mercedes-EQ-Elektrooffensive wird weiter mit höchster Priorität fortgesetzt“, hieß es. Man beobachte die Situation genau. Um Aussagen zu den konkreten Auswirkungen machen zu können, sei es aber noch zu früh.

BMW hat bislang noch nicht von Problemen berichtet. Der Hersteller sagte gegenüber Reuters, man beobachte die Situation genau.

Mit Material von dpa

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