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Zulieferer Hella baut 900 Stellen am Hauptsitz in Lippstadt ab

| Autor: Sven Prawitz

Hella weitet sein Kostensenkungsprogramm aus. Betroffen davon ist jeder vierte Mitarbeiter in Verwaltung und Entwicklung. Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um eine Milliarde Euro zurück.

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Der Automobilzulieferer Hella erwartet einen deutlich steigenden Kostendruck. Deshalb sollen am Hauptsitz in Lippstadt etwa 900 Stellen abgebaut werden.
Der Automobilzulieferer Hella erwartet einen deutlich steigenden Kostendruck. Deshalb sollen am Hauptsitz in Lippstadt etwa 900 Stellen abgebaut werden.
(Bild: Hella)

An seinem Hauptsitz in Lippstadt will der Zulieferer Hella eigenen Angaben zufolge etwa 900 Stellen abbauen. Betroffen seien Arbeitsplätze in Verwaltung und Entwicklung. Dort beschäftigt das Unternehmen derzeit 3.600 Mitarbeiter, wie ein Sprecher auf Nachfrage mitteilte. In diesem Bereich ist demnach jeder vierte Mitarbeiter vom Stellenabbau betroffen. Insgesamt arbeiten in Lippstadt 5.100 Menschen beim Spezialisten für Elektronik und Lichttechnik, der zu den 50 größten Automobilzulieferern der Welt zählt.

Die Maßnahmen sollen bis Ende 2023 und laut Hella so sozialverträglich wie möglich umgesetzt werden. Außerdem werde das Management weitere strukturelle Anpassungen an den globalen Standorten in Betracht ziehen.

Sinkender Absatz drückt Gewinn deutlich

Gründe für den Stellenabbau seien ein steigender Wettbewerb und Kostendruck aufgrund der deutlich reduzierten Fahrzeugverkäufe und des hohen Investitionsbedarfs in der Branche, heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens. Zugleich gab Hella seine Geschäftszahlen für das Ende Mai abgeschlossene Geschäftsjahr bekannt: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ging der Umsatz um eine Milliarde Euro zurück (-14,7 Prozent). Das operative Ergebnis (bereinigtes EBIT) liegt bei 233 Millionen Euro (Marge: 4 Prozent) – ein Rückgang um 60 Prozent.

„Wir haben in den letzten Jahren bereits viel unternommen und unsere Kostenbasis kontinuierlich verbessert. In dem Zuge haben wir seit August 2018 auch unsere weltweite Belegschaft um rund 5.400 Stellen reduziert. Doch das allgemeine Marktumfeld hat sich jetzt noch einmal deutlich verändert“, sagte CEO Rolf Breidenbach.

Hella erwartet v-förmige Umsatzkurve

Für das bereits angelaufene Geschäftsjahr erwartet der Zulieferer wieder einen Umsatz auf Vorkrisenniveau (5,6 bis 6,1 Milliarden Euro) und eine Marge zwischen vier und sechs Prozent. Sind die angekündigten Maßnahmen erfolgreich, rechnet Hella alleine am Standort Deutschland mit einem jährlichen EBIT-Beitrag von 140 Millionen Euro.

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 Sven Prawitz

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Technikjournalist