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Wirtschaft Hoffnung für Automobilzulieferer Flabeg

| Autor: Jens Scheiner

Das Insolvenzverfahren wird eröffnet und viele Investoren interessieren sich für den angeschlagenen Automobilzulieferer Flabeg. Doch zunächst werden jedoch einige Stellen abgebaut.

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Rund 15 potenzielle Erwerber haben ihr Kaufinteresse an dem insolventen Zulieferer für Gläser und Spiegel angemeldet.
Rund 15 potenzielle Erwerber haben ihr Kaufinteresse an dem insolventen Zulieferer für Gläser und Spiegel angemeldet.
(Bild: Flabeg)

Der Automobilzulieferer Flabeg hatte Mitte Mai für seine beiden deutschen Gesellschaften Flabeg Automotive Holding und Flabeg Deutschland einen Insolvenzantrag gestellt. Nun gibt es eigenen Angaben zufolge rund 15 nationale und internationale Investoren, die ihr Interesse bekundet und bereits mit der Prüfung der Unternehmensunterlagen begonnen haben.

Im nächsten Schritt können die Interessenten indikative Kaufangebote abgeben. Aufgrund gegenseitiger Verschwiegenheitserklärungen können jedoch keine Detailinformationen über die Bieter oder zum Verlauf des Investorenprozesses an die Öffentlichkeit gegeben werden.

Kündigung von 44 Mitarbeitern

Das zuständige Insolvenzgericht in Nürnberg wird das Insolvenzverfahren voraussichtlich am 1. August 2020 eröffnen. Damit enden auch die Insolvenzgeldzahlungen und die Unternehmen müssen Löhne und Gehälter der Arbeitnehmer wieder selbst bezahlen.

Das aktuelle Umsatzniveau ist den Unternehmen zufolge jedoch nicht ausreichend, um den Geschäftsbetrieb im eröffneten Verfahren kostendeckend fortzuführen. Aus diesem Grund müssen 44 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Damit bleiben in den beiden deutschen Flabeg-Gesellschaften knapp 220 Arbeitsplätze erhalten, davon etwa 25 in der Flabeg Automotive Holding und etwa 195 bei Flabeg Deutschland.

Die ausländischen Flabeg-Gesellschaften haben bisher keinen Insolvenzantrag gestellt. Flabeg unterhält Produktionsstandorte unter anderem in China, Frankreich und Brasilien.

Über Flabeg

Flabeg veredelt seit dem Jahr 1882 Glas für industrielle Anforderungen. Heute ist der Zulieferer Spezialist für Außen- und Innenspiegelgläser, Display-Covergläser, Head up Display-Komponenten und Instrumentenglas. Das Unternehmen mit Sitz in Nürnberg erwirtschaftete zuletzt mit weltweit 1.300 Beschäftigten, davon 276 Beschäftigte an den beiden Standorten Nürnberg und Furth im Wald, einen Jahresumsatz von mehr als 85 Millionen Euro.

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Über den Autor

 Jens Scheiner

Jens Scheiner

Redaktioneller Mitarbeiter Online/Print, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE