Fahrbericht Hyundai Bayon – ein bisschen von allem

Autor: Andreas Wehner

Mit dem Bayon ergänzt Hyundai seit Anfang Juni seine SUV-Palette. Das B-Segment-Modell ist allerdings eher ein Crossover, kann ein bisschen öko genauso wie ein bisschen Sport und sieht dabei auch noch ein bisschen gut aus.

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Bei Hyundai gibt es ein neues Modell.
Bei Hyundai gibt es ein neues Modell.
(Bild: Wehner)

SUVs boomen – besonders auch in den kleinen Segmenten. Und so wundert es nicht, dass Hyundai jetzt unterhalb des fast gleich großen Kona ein weiteres hochgebocktes Modell bringt. Der Bayon teilt sich die Plattform mit dem Kleinwagen i20. Den haben die Koreaner etwas höher gelegt und ihm ein eigenständiges, durchaus schickes SUV-Blechkleid verpasst.

Das war es dann aber im Großen und Ganzen auch mit den Unterschieden. Technisch bedient sich der Neue beim niedriger bauenden Bruder. Auch der Innenraum ist nahezu identisch. Das ist jetzt nicht unbedingt ein Nachteil, schließlich ist der i20 ein durchaus gelungener Kleinwagen.

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Auf Allrad müssen Bayon-Käufer dementsprechend dann aber genauso verzichten wie auf kraftvolle Motoren. Das dürfte aber für viele Fahrer eines Autos in dieser Größe sowieso keine große Rolle spielen. Und für sie gibt es außerdem ja noch den Kona.

48-Volt und elektronische Kupplung

Die Preisliste des Bayon beginnt bei 16.790 Euro. Dafür gibt es das B-SUV mit dem 62 kW/84 PS starken Einstiegsbenziner, der aus dem i20 bekannt ist. Nur ein kleiner Teil der Kunden wird sich jedoch nach Einschätzung von Hyundai-Deutschland-Chef Jürgen Keller für diese Antriebsvariante entscheiden. Stattdessen wird wohl die Mehrheit zu den 48-Volt-Mildhybrid-Varianten greifen, die es mit 74 kW/100 PS und 88 kW/120 PS gibt. Wahlweise sind die elektrifizierten Varianten mit einem siebenstufigen Doppelkupplungsgetriebe oder dem neuen Sechsgang-Handschalter mit elektronischer Kupplung erhältlich; der Motor lässt sich jeweils automatisch vom Getriebe abkoppeln, um das sogenannte Segeln zu ermöglichen. Dazu muss man aus den drei verfügbaren Fahrmodi den Eco-Modus auswählen. Nimmt man dann den Fuß vom Gas, schaltet das System den Motor ab – und automatisch wieder ein, sobald man wieder Vortrieb braucht.

Der Bayon kann auf Sportler machen

Was uns überrascht hat: Wählt man den Sportmodus, dann macht der Bayon tatsächlich Anstalten eines Sportwagens – zumindest im Rahmen seiner Möglichkeiten. Er verfügt wie der i20 über die von den Sportwagen bekannte Rev-Matching-Funktion. Sie gibt beim Herunterschalten automatisch Zwischengas und passt so das Drehzahlniveau des Motors an die Geschwindigkeit der Getriebeeingangswelle an. Das soll schnellere Gangwechsel ermöglichen. Vor allem aber macht es unglaublich Spaß. Viel ist mit 120 PS und 172 Newtonmeter Drehmoment nicht rauszuholen, aber ein bisschen Sportwagenfeeling ist durchaus vorhanden.

Ebenfalls vorhanden ist relativ viel Platz. Dank 2,58 Metern Radstand können Erwachsene auch hinten bequem sitzen. Der Kofferraum fasst im Idealfall 411 Liter, bei den Mild-Hybrid-Varianten sind es jedoch nur 334 Liter.

Das Fahren angenehm machen die zahlreich vorhandenen Assistenten und Elektronik-Features. So gibt es einen Abstandstempomaten, der die Daten aus dem Navi nutzt, um zum Beispiel das Tempo vor Kurven automatisch zu reduzieren. Gleichzeitig bleibt das Auto bis 180 km/h automatisch in der Mitte der Fahrspur. Beim Spurwechsel hilft ein Totwinkelassistent, beim Ausparken ein Querverkehrswarner.

Wie im i20 ist der aus den größeren Modellen bekannte 10,25-Zoll-Touchscreen erhältlich, ebenso wie das gleich große, volldigitale Kombiinstrument. Für den Sound sorgt auf Wunsch ein Bose-System.

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 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur Newsdesk Automotive