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Automatisiertes Fahren Infineon übernimmt Lidar-Spezialisten

| Redakteur: Christian Otto

Der Chiphersteller Infineon hat das niederländische Unternehmen Innoluce gekauft. Die Unternehmen wollen Konzepte für Lidarsysteme entwickeln, die künftig beim automatisierten Fahren eine wichtige Rolle spielen sollen.

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Laut Peter Schiefer, Leiter des Geschäftsbereichs Automobilelektronik, will Infineon Lidar zu einer preisgünstigen Option für den Einsatz in Neufahrzeugen machen.
Laut Peter Schiefer, Leiter des Geschäftsbereichs Automobilelektronik, will Infineon Lidar zu einer preisgünstigen Option für den Einsatz in Neufahrzeugen machen.
(Bild: Infineon)

Die Infineon Technologies AG, einer der führende Chiphersteller für Fahrerassistenzsysteme, hat das Unternehmen Innoluce BV übernommen. Innoluce ist ein Halbleiterunternehmen ohne eigene Fertigung, mit Sitz im niederländischen Nimwegen. Mit dem Know-how von Innoluce will Infineon Chiplösungen für Lidarsysteme entwickeln. Über die Konditionen vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. Lidar, Radar und Kameras sind die Schlüsseltechnologien im teil- und vollautomatisierten Fahrzeug. Mit der Übernahme verfügt Infineon laut eigener Angabe über Expertise in allen drei komplementären Sensortechnologien. Redundante Sensorik bildet die Grundlage für das autonome Fahren. Während Radartechnologie auf hochfrequenten elektromagnetischen Schwingungen basiert, arbeitet Lidar mit Laserstrahlen, um im Nahbereich des Fahrzeugs den Abstand zu Objekten zu bestimmen. Lidar wird vor allem genutzt, um kleinere Objekte auf der Straße zu erkennen.

Lidar massentauglich machen

„Die Übernahme von Innoluce ist für uns ein wichtiger Schritt in der Lidartechnologie, die im Sicherheitskokon für das selbstfahrende Fahrzeug eine wichtige Rolle spielt“, sagte Peter Schiefer, der den Geschäftsbereich Automobilelektronik bei Infineon leitet. „Unser Ziel ist es, Lidar zu einer preisgünstigen Option für jeden Neuwagen weltweit zu machen.“ In den nächsten Jahren werden erste Lidarsysteme in Oberklasse-Fahrzeugen zum Einsatz kommen. Dabei werden die Lichtstrahlen noch durch mechanisch einstellbare Spiegel ausgerichtet, wodurch die Systeme verhältnismäßig sperrig und teuer werden. Um sich als Standard in allen Fahrzeugklassen zu etablieren, sind Lidarsysteme auf Grundlage von Halbleitern erforderlich. Dadurch werden die Systeme deutlich kompakter, preisgünstiger und robuster.

Innoluce seit 2010 am Markt

Infineon sieht sich selbst als ein Wegbereiter für das automatisierte Fahren. Man habe nämlich die Radartechnologie als Sicherheitsmerkmal für alle Fahrzeugklassen möglich gemacht: Durch Fertigungstechnologien der Chipvolumenproduktion und eine neue Chip-Gehäusetechnologie wurden Radarsysteme signifikant preisgünstiger und kleiner. Der Zukauf Innoluce wurde im Jahr 2010 als Spin-Off von Royal Philips gegründet. Das Unternehmen habe große Kompetenz bei mikro-elektromechanischen Systemen (MEMS) und sei laut AInfineon Innovationstreiber bei Miniatur-Laser-Scanning-Modulen mit integrierten MEMS-Mikrospiegeln auf Siliziumbasis. Diese Mikrospiegel sind erforderlich zum Bündeln und Feinjustieren der Laserstrahlen in Fahrzeug-Lidar (light detection and ranging)-Systemen.

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